Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 13 (1926)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1926)
- Date
- 1926-07-01
- Page
- Seite 339 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Der Stern der Erlösung 339 Dieser Gott aber ist der Gott des klassischen Altertums, der seine unendliche Physis in sich hat: der meta-physische Gott. Beim Begriff der Welt ist das Ja des Nichtnichts, das Unendliche ihres Wesens, das überall und immer ist: ihr Logos, ihr Eingetansein in die Gesetze des Denkens, die für alle Einzelerscbeinungen in Raum und Zeit stets gültig sind. Das Nein des Nichts ist bei ihr aber die stete Fülle neuen Zeugens und Gebarens, neuer Gesichte, des Besonderen, des Einzelnen. Für diese gelten immer wieder die stets sich gleichbieibenden Gesetze der Logik, der Gattung, des Allgemeinen. Die Welt für sich allein betrachtet, ist ״plastischer Kosmos, in sich selbst begründet und auf sich selbst gegründet in eigener Fülle prangend.״ Sie hat ihren Sinn, ihren Logos in sich, ist metalogisch. Sie ist ein Ganzes, das seine Gestalt erhält durch Eingehen des Individuums in seine Gattung, des Dings in seinen Begriff, des Menschen in seine Gemeinschaft (S. 64). Endlich für das letzte der Elemente, für den Menschen sind die beiden Pole seiner Wesensbestimmung: seine Vergänglichkeit, sein Besonderssein, sein Eigensein verbunden mit der Freiheit des ״Willens״, (nicht Freiheit der Macht, wie bei Gott), der unbedingten Freiheit des Wollens, der nur das Können versagt ist, dieser ״freie“ Wille wird dadurch zum ״trotzigen Willen“. ״Der Trotz, das stolze Dennoch ist dem Menschen, was dem Gotte die Macht, das erhabene Also ist. Gleich souverän ist der Anspruch des Trotzes wie das Recht der Macht.“ (S. 86.) Der Inhalt dieses Trotzes ist der Charakter, das Eigensein des Menschen, oder wie Rosenzweig sagt, sein ״Selbst“. Dieses ״Selbst“ aber, das keinem Gesetze ausser sich gehorcht, kennt als Welt des Ethischen nur sein eigenes Ethos, das es in sich hat und trägt; es ist meta-ethisch. So stellen sich die drei Elemente der Vorwelt, für sich allein, ohne einen Zusammenhang des einen mit dem andren, dar. Die griechische Welt ist bei ihnen stehen geblieben und hat ihre Göttergestalten, ihr Weltbild und ihr Menschenideal, in ihrem Mythos, ihrer Politik, ihrer Tragödie, nach diesen