Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 13 (1926)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1926)
- Date
- 1926-07-01
- Page
- Seite 337 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Der Stern der Erlösung 887 mir gegenüber auf meine dahinzielende Frage einmal so aus: diese Elemente werden eingeführt wie Hypothesen der Mathematik, die nicht b e wiesen, die e r wiesen werden müssen. Das will sagen: Gelingt es nur durch sie eine umfassende Be- Schreibung und Erklärung des Erfahrungsuniversums zu gewinnen, so ist die Realität dieser Elemente damit erwiesen. Ein solcher Beweis ist gewissermassen ein indirekter. Wenn ohne diese Elemente das Weltganze .nicht verständlich wird, so bedeutet eben der Verzicht auf sie einen Verzicht auf die Begreifbarkeit der Welt, auf die Vernunft schlechthin. Es ist letzthin nichts anderes, wenn Kant sagt: Ohne Gott, Freiheit, Unsterblichkeit ist Menschsein ein Unding. Indirekt ist damit bewiesen, dass Gott ist, weil sonst der moralische Mensch nicht denkbar wäre. Der Sinn des Daseins postuliert diese Voraussetzungen. Diese selbstlos objektiv Tendenz, nur beschreiben und ordnen zu wollen, gibt dem Werke eine Weite und Ruhe, eine Milde und Zurückhaltung, wie sie dem Philosophen wohl anstehn. Es spricht etwa nicht nur von dem Gotte Israels, es spricht von der Gottesauffassung aller Zeiten und Völker, vom Heidentum wie dem Monotheismus, dem Islam wie dem Christentum. Es spricht nicht nur von der letzten Welt- und Menschenauffassung, die die Juden der Gegenwart oder die modernen Denker in sich tragen; vielmehr enthüllen sich die Antike, der Orient und der Occident mit ihren geistigen Einstellungen in gleicher Wreise in ihren Zusammenhängen und ihrer inneren Geschlossenheit. Wie Jehuda Halevy leidenschaftlos den Chasarenkönig die aristotelische Denkweise wie die grossen positiven Religionssysteme kennen lernen lässt, ehe er dem Chawer, dem jüdischen Gelehrten das Wort erteilt, so atmet Rosenzweigs Buch den Geist der Gerechtigkeit gegen alle Formen geistesgeschichtlicher Gedankenbildung. Die zwei Dreieckskomponenten des Sechsecks sind nicht gleichwertig. Die ersten 3 Begriffe: Gott — Weit — Mensch sind die primären. Rosenzweig nennt sie die מ Elemente der Vorwelt.״ Sie sind Elemente, können nicht ihrerseits wieder