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Jeschurun · 1926-05-01 · Heft 5-6 (Mai 1926) · p. Seite 330

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
13 (1926)
Issue
Heft 5-6 (Mai 1926)
Date
1926-05-01
Page
Seite 330 (sequence 106)
Language
German
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330 B üch erb espr echungen tums: Schürer, Harnack, Holtzmann, Bousset, Köberle etc. etc. (mit Ausnahme von Travers Herford) von der er sich doch sonst freigemacht hat. F. kann nicht gut verlangen, dass ausgerechnet dieser Ausspruch sich im Talmud finde. Aber eine grosse Zahl muss ihm bekannt sein, wo von der Wertlosigkeit des Opfers die Rede ist, wenn ihm nicht eine reine Gesinnung vorausgeht und vor allem, wrenn nicht vorher ודוי ותשובה stattgefunden, die sich ja nicht bloss auf die einzelne begangene Tat, für die das Opfer gebracht wird, beziehen, sondern eine allgemeine sein müssen. Wie konnte einem so guten Kenner der Mischnah, wie F. es ist, die Stelle M Joma 8,9 in ihrem inhaltlichen Parallelismus entgehen: עבמת שבין אדם למקום יום הכפורים מכפר ושבינו לבין חברו אין יום הכפורים מכפר עד שירצה את חברו zumal er gleich darauf einen ganz ähnlichen aus Matth. 6,13—14 bringt? Das ist eben der Unterschied: bei uns meldet sich sofort die Association. Bei F. bildet im Unterbewusstsein jene Fülle der als Vorurteile hier sich bewegenden Vorstellungen ein Hindernis dafür, dass jene Mischnah zur Association emporsteigt. — Ueberaus instruktiv ist die Aufweisung des Parallelismus zwischen der bekannten Stelle in Matth. 7,3—5 vom Balken und Splitter und Arachin 16 b אמר רבי טרפון תמיהני אם יש בדור הזה שמקבל תוכחה אם אמר לו טול קיכם מבין עיניך אמר לו טול קורה מבין עיניך und ויהי בימי שפוט השופטים ויהי רעב בארץ הדיין אומר לאדם טול קיסם מבין שניך והוא אומר טול קורה מבין עיניך (Jalkut Ruth § 597) wenn auch nicht zum Schaden des rabbinischen Judentums. Wahrlich es lag bei der Prägung der erwähnten talmudischen Aussprüche den Lehrern nicht daran, sich das Recht zu wahren, ihre Mitmenschen meistern zu dürfen, sondern die Pflicht einzuschärfen, die ja eine Vorschrift der Bibel ist: Zurechtweisen sollst du deinen Nächsten, dass du nicht seinetwegen Schuld auf dich lädst (Lev. 19,17). Woher weiss F., dass J. ״die lästige Aufpasserei um solche Kleinigkeiten treffen will, nicht die Zurechtweisung an sich״? Die vorhergehenden Verse in Matth 7 geben dafür keine Handhabe. — Die Heranziehung der halachischen Erörterung Beza 83 b ר, אליעזר אומר נוטל אדם קיסם משלפניו לחצוץ בו שיניו וחכמים אומרים לא יטול אלא מאבוס של בהמה mit den Worten: ״Am Festtag und Sabbat darf man keine ״Arbeit“ tun. Als solche gilt das Absplittern eines Splitters. Schon abgesplitterte Splitter darf man aber benutzen. Solche Splitter liegen im Hof herum oder in der Krippe der Haustiere. Benutzt aber jemand einen eigens am Festtag hergestellten Splitter als Zahnstocher, so weist man ihn mit den Worten zurecht ״Nimm den Splitter weg von zwischen deinen Zähnen“ usw. beruht, wie der Kundige sieht, auf einem Missverständnis. Der Streit zwischen R. Elieser und den Weisen bezieht sich bekanntlich darauf, ob עצים auch im הצר als מוכן zu betrachten sind, oder nur das, was ראוי לאכילת בהמה ist Es ist daher auch ausgeschlossen, dass bei dem טול קיסם מבין שניך hieran zu denken ist. Die richtige Erklärung hat מהרש״א in

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