Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 13 (1926)
- Issue
- Heft 5-6 (Mai 1926)
- Date
- 1926-05-01
- Page
- Seite 325 (sequence 101)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Miseelle 825 tiefen philosophischen Sinn und bezieht ihn auf die Streitfrage zwischen Maimonides und seinen Gegnern (Hilchoth Teschuba VIII), Raawed und Nachmanides: ob bei der zukünftigen Auferstehung die Körper sich mit der Seele zugleich erneuern und auf ewig fortbestehen werden oder ob nur die Seele sich erneuern würde. Maimonides vertritt bekanntlich die Ansicht, dass der Körper zwar auch auferstehen würde, aber nur für kurze Frist, dann aber wieder in Verfall für immer zurückversinken werde. Dagegen polemisiert Raawed mit wörtlichen Belegsteilen aus Bibel und Talmud und behauptet, auch der Leib werde auferstehen und in geläuterter Form für ewig erhalten bleiben. Dies soll nun auch nach Heidenheim der Sinn der fraglichen Stelle hier sein:? הבעת תהדש ימינו, der Paetan fragt: Ist es wirklich so (wie Maimonides meint), dass unser Körper nur כעת, nur für eine Zeitlang sich erneuern wird, so wie in der irdischen Welt, um dann für ewig zu verfallen? Dies scheint dem Paetan eine wenig tröstliche Aussicht. Nein! לא בן דודי, so ist es doch nicht, mein Trauter! Das wäre keine Erlösung, die ihres Namens würdig wäre; sondern, so fährt der Paetan fort, כערכך העמד שמינו, nach dem Ebenbilde deiner Ewigkeit wirst Du auch, Gott, unsre Körper für ewig auferstehen lassen, גן רוה שימינו, und wirst uns zu einem ewig blühenden Garten werden lassen. Dies sei der Sinn der ganzen Strophe. Mir erscheint diese Erklärung nicht nur an sich wegen ihrer Gewundenheit wenig plausibel, dass ein Kalir sozusagen durch eine poetische Floskel einen Meinungsstreit zwischen zwei monumentalen Geistesgrössen schlichten und lösen wollte (da Kalir viel früher lebte, müssten wir ja auch annehmen, dass jener Meinungsstreit schon Jahrhunderte vor Maimonides formuliert war), sondern auch der Ort in einem Bittgebet für eine Kontroverse und deren Lösung schlecht gewählt, darum als Absicht des Verfassers wenig wahrscheinlich. Der Erklärer zum grossen Machsor A11 o n a 17B4 erinnert an Stellen wie: 1. Samuel 2, 27: הנגלה נגלית אל בית אביך, wo das ״ הlediglich zum Ausdruck der Ueberzeugung dient, dass der Inhalt der betreffenden Aussage dem andern wohl bekannt ist und unbedingt von ihm anerkannt wird“ (Gesen., Gramm. § 150, 2e). Es wäre dann zu übersetzen mit: ״allerdings, ja doch״. Ein alter Kommentar zum Machsor קרואי מועד (Breslau 1805), fasst das ה gleich לו, wenn doch“, ohne Belege dafür anzuführen. Meine Auffassung von der Stelle ist folgende; Das ה von הבעת ist der bestimmte Artikel, das folgende כעת תחדש ימינו gleichsam ein substantivierter ganzer Satz, den man sich gleichsam in Klammern gesetzt zu denken hat, und der Sinn wäre dann ungefähr: ״Der [zur gegebenen Zeit unsre Tage Erneuernde]״, das Ganze ist also eine formelhafte Umschreibung eines Partizipiums, der