Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 13 (1926)
- Issue
- Heft 5-6 (Mai 1926)
- Date
- 1926-05-01
- Page
- Seite 318 (sequence 94)
- Language
- German
- Belongs to
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318 Die Roug־on״Maequart sein Meister schon bis an den Mund im Kote steht; vielleicht wird dann ein glücklicheres Geschlecht Zolas poetische Errungenschaften gemessen und über seine traurigen Unflätigkeiten lächeln können. Wir stehen mitten im Kampfe und haben wohl auch darum keine Zeit und keine Pflicht, schon bei Lebzeiten historische Gerechtigkeit zu üben.“ Die Verehrer und Anhänger Zolas gehen sicher in die Irre, wenn sie für diese Schwächen gar kein Wort des Tadels finden. Und ebensowenig sind seine Biographen Lepelletier *) und vor allem der Engländer Vizetelly* 2) völlig unbestochene Beurteiler. Aber auch Fritz Mauthner ist Zola nicht ganz gerecht geworden. Vor allem hat er den Sinn des Gesamtwerkes der Bougon-Macquart verkannt. Er hat nicht gesehen, dass Zola von einer Idee besessen war, von der Idee der unverbrüchlichen Geltung der von der Wissenschaft erkannten Naturgesetze, hier im besonderen von der Idee des Einflusses der Vererbung und des Milieu. Mauthner lag freilich bei seiner Beurteilung noch nicht der letzte Band: ״Dr. Pascal“ vor, in dem Zola dem Helden seiner Erzählung alle Prinzipien in den Mund legt, die ihn bei der Abfassung seines Lebenswerkes leiteten. Aus den vielen biographischen Mitteilungen wissen wir jetzt, dass Zola mit diesem seinen Plane sich fast vom Anfang seiner schriftstellerischen Tätigkeit getragen, dass er mit zähem Beharren an ihm festhielt, bei allen Fehlschlägen, die ihn trafen, dass ihm jedenfalls nichts ferner lag, als eine buchhändlerische Spekulation und dass er selbst unter dem Zwange dieses Planes litt. Aber freilich, dass Mauthner dies an den vielen Bänden, die ihm bereits Vorlagen, nicht erkannt hat, das ist der schlagendste Beweis, dass es Zola in Wahrheit nicht gelungen, seine These zu beweisen, zum mindesten sie bildkräftig zu gestalten. Und wenn Zola in den Vorreden zu einzelnen Bänden immer auch darauf verweist, hier gilt das Wort: Bilde Künstler, rede nicht! Der ״Dr. Pascal“, in dem das Fazit gezogen wird und zwar streng wissenschaftlich mit einem Stammbaum und einem genauen Steckbrief A) Edmond Lepelletier Emile Zola Sa Yie Son Oeuvre Paris 1908. 2) E. A. Y. Yizetelly Emil Zola, Sein Leben und seine Werke Berlin 1905.