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Jeschurun · 1926-05-01 · Heft 5-6 (Mai 1926) · p. Seite 311

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
13 (1926)
Issue
Heft 5-6 (Mai 1926)
Date
1926-05-01
Page
Seite 311 (sequence 87)
Language
German
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Die Rougon-Macquart 311 Bei allen Leistungen auch der grössten Dichter gehen nur eine kleine Zahl von Meisterwerken in die Weltliteratur über. Man darf daher vermuten, dass dem Leser von den 20 Bänden nur die wirklich unsterblichen Werke gegenwärtig sind, wie ״Germmal,״ ״der Totschläger״ ,״das Werk״ und vielleicht noch einige andere, Für die Nachprüfung dessen, was Zola uns mit diesem seinen Lebenswerk als einem einheitlichen Epos hat beweisen ^06ע^ ist darum eine Skizze des Gesamtinhalts von nöten. Sie sei darum zuerst in einigen Strichen umrissen. Da ist zuerst die Stammutter des Geschlechts, die im ersten und im letzten Band (״das Glück der Familie Rougon“ und ״Dr. Pascal״) hervortritt: Adelaide Fouque. Ihr Vater endet in Wahnsinn. Sie selbst ist schon in der ersten Zeit ihres Lebens anormal. Als Tochter eines wohlhabenden Mannes heiratet sie einen Gärtnerknecht Rougon und nach dessen Tode lebt sie mit einem Schmuggler und Säufer Macquart zusammen. Aus dem ehelichen Sohne Pierre Rougon und den beiden mit Macquart gezeugten unehelichen Kindern Ursula und Antoine gehen nun die beiden Linien hervor, deren Glieder die aktiven resp. passiven Helden der verschiedenen Romane sind. Pierre Rougon selbst mit seiner Gattin Felicite werden von der Gier nach Reichtum verzehrt und von einem gewissen freilich sehr niederen Ehrgeiz; und mit geschickter Ausnutzung der Verhältnisse und begünstigt vom Glück unter skrupelloser Benachteiligung der Mutter und der unehelichen Geschwister Pierre Rongon’s kommen sie anlässlich der Begründung des Zweiten Kaiserreiches an das Ziel ihrer Wünsche (״Das Glück der Familie Rougon״. Hier die zarte und wahrhaft poetische Gestalt des Enkelkindes der Adelaide des München. — 20 Bände, jeder Band broschiert 2,50, Halbleinen 5,00, Halbleder 11,00. Diese Ausgabe, die uns so recht in Erinnerung ruft, mit welchen sowohl nach Uebersetzung als nach Ausstattung abscheulichen Exemplaren wir uns zufrieden geben mussten, als wir die ersten grossen Offenbarungen dieses Genies auf uns wirken Hessen, ist über jedes Lob erhaben. Die Uebersetzung liest sich völlig wie ein Original und gibt — gerade bei Zola ein Desiderat ersten Ranges — auch die niedere Sprache des Volkes im Deutschen in glücklicher Weise wieder. Unter den Uebersetzern sind eine Reihe bekannter Dichter und Schriftsteller und Namen wie Johannes Schlaf und Max Brod.

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