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Jeschurun · 1926-05-01 · Heft 5-6 (Mai 1926) · p. Seite 291

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
13 (1926)
Issue
Heft 5-6 (Mai 1926)
Date
1926-05-01
Page
Seite 291 (sequence 67)
Language
German
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Meyer Simon Weyl usw. 291 Dieses Zeugniss giebt mir mein Bewasstseyn und, wie ich mir schmeichele, auch der einstimmige Anssprach aller derer, die Ew. KönigL Majestät za befragen allergnädigst geruhen wollten. Die Natur des Allerhuldreichst mir anvertrauten Amtes erfordert aber den ganzen Emst, die Beharrlichkeit und Kraft eines gesunden Mannes in seinen besten Jahren. Es erfordert nächst der genauesten Ausübung aller religiösen Vor Schriften ein immer wachsames Auge auf die Erhaltung der Glaubensreinigkeit bey der einländischen Nation, die Entscheidung aller in dieselbe einschlagenden Fragen und Zweifel, die Sorge für die Fortpflanzung der talmudischen Gelehrsamkeit und endlich die ausgebreiteste Praxis über eine Menge von juristischen Vorfällen bey der Nation als Erbschaftssachen, Ehescheidungen usw. Alles dieses mit unablässiger Thätigkeit und Sorgfalt zu versehen, habe ich mir bisher so angelegen seyn lassen, dsss bey meinem hohen Alter und meiner ohnehin nicht starken Gesundheit jetzt physische Uebel aller Art auf mich einstürmen. Die Natur behauptet endlich ihre Rechte und verlangt ein Opfer. Es ist daher keineswegs Mangel an gutem Willen, nicht Gefallen an ünthätigkeit, sondern die unbedingte Unmöglichkeit, fernerhin alle meine Obliegenheiten wie bisher zu erfüllen, welch mich dahin bringt, Ew. Königl. Majestät allerunterthänigst zu bitten, Allerhöchst dieselben wollen zu meiner Erleichterung im Dienste AUerhuldreichst geruhen, mir die Bearbeitung sämmtlicher jüdischen Vormundschafts- Angelegenheiten abzunehmen und auch von den Responsis zu dispensiren, welche jetzt nur gar zu häufig von den verschiedenen Dicasterien eingefordert werden, und endlich zu diesem Zwecke den Aeltesten der hiesigen Judenschaft diese meine allerunterthänigste Bitte zu communiciren und ihnen aufzugeben, zu dieser gewünschten Erleichterung in meinem Dienst die nöthigen und zweckmässigen Veranstaltungen zu treffen. Ich getroste mich Allergnädigster Gewährung und ersterbe Ew. Königl. Majestät allerunterthänigst Verpflichteter Hirschei Löbel 0. L. Rabiner1)״ Berlin, den 29ten May 1798. Wenn das vorstehende Aktenstück hier in einem Aufsatze über Meyer Simon Weyl im vollen Wortlaute abgedruckt wird, so geschieht es nicht wegen des hochbedeutsamen Beitrags zur Charakteristik Hirscheis, sondern um zu zeigen, was ein solcher 5) Oberlandrabbiner.

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