Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 13 (1926)
- Issue
- Heft 5-6 (Mai 1926)
- Date
- 1926-05-01
- Page
- Seite 276 (sequence 52)
- Language
- German
- Belongs to
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276 Bunge Hauptschwächen usw. von diesen auf der Erde vollbrachten Rettungstaten erwähnen (V. 13—15), die sieb auch bis zur Trockenlegung des Jordan (Jos. 3,17) aus der geschichtlichen Erfahrung Israels bestätigen lassen. Kommt er dann in V. 16 f. auf die Schöpfung zu sprechen? Nein, er macht nur einige Pinselstriche, um die vorher gepriesene Tätigkeit des Weltengottes in ein deutlicheres Licht zu stellen. Da zu solcher Wirksamkeit Gottes ungehemmte Zeit gehört, so weist der Dichter daraufhin, dass diesem himmlischen Könige Israels »Tag und Nacht zur Verfügung“ steht (V. 16a), und daran schloss sich naturgemäss ein Rückblick auf die An- Ordnung der Sterne durch Gott (V. 16 b), von deren Umlauf wieder der Wechsel der Jahreszeiten abhängt (V. 17 ab). Nach diesem Tatbestand kann ich unmöglich zu dem Urteil kommen, dass der Dichter von 74, 12—17 von der Welt- Schöpfung habe sprechen woHen, dass er mit ״Leviathan״ die Ti’ämatu gemeint haben wolle, die von dem Ewigen, wie angeblich vom babylonischen Marduk, gespalten worden sei, wie z. B. Gunkel in seinen oben zitierten Worten behauptet. Nein, diese Auslegung von Ps. 74, 12—17 muss eine mythologisierende genannt werden. III. Dazu gesellt sich neuerdings auch noch die Neigung, den Psalter zu eschatologisieren. Ps. 93 beginnt mit diesen Sätzen: ״Der Ewige ist als König aufgetreten, hat sich mit Erhabenheit umkleidet; umkleidet hat sich der Ewige mit Stärke, und festgestellt wurde der Erdkreis, dass er nicht wankte“ Der Psalmist wollte also den Gedanken ausdrücken, dass der Weltengott durch seine Schöpfung und Natureinrichtung gleichsam ein Königreich begründet bat. Auch im weiteren Verlauf seiner Dichtung spricht dieser Psalmist von der gegenwärtig bestehenden Königsherrschaft dieses Gottes. Denn da hören wir z. B.: ״Mehr, als die Stimmen vieler majestätischer Wassermassen, ja der Brandungen des Meeres, ist der Ewige majestätisch in der Himmels höhe“ (V. 4 a b). Aber z. B. Gunkel