Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 13 (1926)
- Issue
- Heft 5-6 (Mai 1926)
- Date
- 1926-05-01
- Page
- Seite 273 (sequence 49)
- Language
- German
- Belongs to
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Einige Hauptschwächen usw. 273 (den Himmelsräumen) aufgestellt, und er gleicht einem Bräutigam, der aus seinem Gemache hervorgeht“ (19,5b. 6a) zu einer Dichtung auf־Jwes Hochzeit mit der Sonne stempeln wollen. Nun will ich aus diesem extremen Unternehmen keine allgemeine Folgerung ziehen. Ist diese aussergewöhnliche Auf- Stellung doch auch schon von anderer Seite1) beleuchtet worden, indem man folgende durchschlagenden Einwände geltend machte: ״Muss das in Ps. 19, 5b erwähnte Zelt ein Hochzeitszelt sein? Braucht nicht auch der Einzelne sein Schlafgemach?“ ״Eisler hat auch das vor chaihan stehende ־ke übersehen. Das ist die letzte Klippe, an der Eislers stolzes Schiff rettungslos scheitert“ (Sp. 265). Aber mit der Zurückweisung einer so exzentrischen Behauptung, welche sogar die prinzipielle Erhabenheit des altisraelitischen Gottesbegriffs über die Vermischung mit dem Weibliehen ausser Acht lässt, ist noch nicht die Scheu vor Mythologisierung des mosaisch-prophetischen Gottesglaubens gegeben. Das beobachtet man ja z. B. gleich daran, dass derselbe Budde, welcher Eislers Aufstellung bekämpft hat, doch selbst behauptet, dass ״der mythologische Untergrund aller ältesten Religion auch in Ps. 19 noch durch den vollen Monotheismus hindurchschimmere“2 * *). Ebenso nennen andere neuere Psalmenerklärer8) 19,5b—7 einen ״Sonnenhymnus“, wie man eine ägyptische Dichtung vom Pharao Amenophis IV. dessen ״Sonnenhymnus“ nennt. Aber in jenen Psalmversen liegt ein Hymnus auf den Schöpfer der Sonne vor. Wir haben kein Recht, die Verbindung mit dem mythologischen Denken, die von den Vertretern der prophetischen Religion Israels gelöst worden ist, wieder anzuknüpfen. Wie stark aber neuerdings die Neigung zu solcher Herabdrückung der mosaisch-prophetischen Religion sich geltend macht, kann aus neuesten Psalmenerklärungen mit Leichtigkeit nach- 1) Von Budde in der Orießtalistischen Literaturzeitung (1919), Sp. 257 ff. 2) Budde, Die schönsten Psalmen (1915), S. 103. 3) Alle einzelnen Namen mit genauer Angabe der Stellen kann man in meinem Kommentar bei Ps. 19 usw. finden. 4