Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 13 (1926)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1926)
- Date
- 1926-03-01
- Page
- Seite 223 (sequence 115)
- Language
- German
- Belongs to
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Bücherbesprechungen 223 und dem Kreise jener ostpreussischen Familien entstammt, die im radikalen Assimilantentum dem Berliner Kreise im Anfang des vorigen Jahrhunderts nichts nachgaben, — David Friedländer stammte ja auch aus Königsberg — scheint der Ueberzeugung, dass sie ihn edel und würdig gezeichnet. Uns erscheint er unsympathisch und abstossend, wie er in der Familie Lindheim sich kundgibt. ״Herzenssache“, sagt der christliche Arzt, ,ist ihnen allen ihre Religion weniger als Ehrensache“ (S. 449 . Ach nein, diesem Kreise — der als geistig sittlich überaus hochstehend geschildert wird — ist die Religion keine Ehrensache. Wir sehen völlig ab von der Beurteilung der einzelnen Religionen. Es wird immer ein Rätsel bleiben, weshalb von diesen ״philosophischen“ ״künstlerischen“ und so ״sittlich hochstehenden Juden“, die von den Religionen die Auffassung Leasings haben, immer nur der Uebertritt zum Christentum als das selbstverständliche angesehen und der Uebertritt eines Christen zum Judentum keinen Augenblick auch nur in Erwägung gezogen wird. Aber das Rätsel ist nicht so schwer zu lösen. ״Keine jüdische Ader“, wie der volkstümliche Ausdruck lautet, ist mehr in all den Täuflingen, wie Fanny Lewald. Sie haben garnicht mehr das Empfinden, wie tief sie das Judentum demütigen. Wie unecht rührselig ist darum alles, was hiermit zusammenhängt: ״Mein liebes KiDd“, sprach die Mutter mit Freudentränen, (anlässlich der Heirat ihrer Tochter und ihres Uobertritts) ״meiner Eltern Segen erfüllt sich mir an dir. Gott hab’ sie selig“. Die Mutter wird sich wohl eher im Grabe herumgedreht haben! Oder: ״in Floras Vater und ihren Brüdern (den jüdischen Lindheims bei der gemeinsamen Weihnachtsfeier) wallte es wie Rührung auf in dem Gedanken, dass, soweit die deutsche Zange klingt und wo irgend germanisches Blut in den Adern der Menschen rinnt (und bei den Romanen, Slaven etc.?) in dieser Stunde das Geburtsfest jenes Kindes vom jüdischen Stamme gefeiert wird usw.“ In Wahrheit: Je mehr man sich in die jüdische Kulturgeschichte jener Zeit vertieft, man sieht, es ist, trotzdem so voll Rühmens von ihr gemacht wird, die unerfreulichste vielleicht, die die jüdische Geschichte überhaupt aufzuweisen hat. J. W. Bemerkungen. In der fesselnden Darlegung, die Prof. Klein, Jerusalem, in Nr. 9 10 des Jeschurun XII, S. 398 f., an die wertvolle Mischna-Konkordanz des Rabbi Chajim Jehoschua Kossowski knüpft, wird unter anderm auch die Frage nach der Bedeutung der beiden tannaitischen Namen Ben Bag Bag und Ben He He berührt, deren Aussprüche am Schlüsse des Traktats Abot zitiert werden. Es sei mir nun gestattet, auf die geistreiche Hypothese hinzuweisen, die Bacher in seiner ״Aggada der Tannaiten“ I, S. 12, hinsichtlich der Erklärung dieser beiden Namen unter Berufung auf Tossafot zu Chagiga 9b, Juchasin und Sader Hadorot (vgl auch Toss. Jomtob z. St.) bietet. Er sagt, dass Ben Bag Bag und Ben He He ein und derselbe Tanna