Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 13 (1926)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1926)
- Date
- 1926-03-01
- Page
- Seite 191 (sequence 83)
- Language
- German
- Belongs to
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Meyer Simon Weyl usw. 191 Man vergleiche beide Nachrufe mit einander, um den vollen Gegensatz sofort zu erkennen. Verantwortlich für den Nekrolog des Jahres 1826, der aus Rücksicht auf die christliche 0Öffentlichkeit nicht umgangen werden konnte, sind der oben genannte Syndikus der Gemeinde, Dr. Julius Rubo, der den Text konzipierte, und der Gemeindeälteste D. J. Riess, der mit Zustimmung des Monatsältesten S. B. Berend an Rubo die Weisung gegeben hatte, die öffentliehe Anzeige mit den Jahren der Amtierung ״so kurz als möglich abzufassen״. Da seitens der anderen Mitältesten kein Widerspruch erfolgte, ist die Bekanntmachung nicht nur als Sinnesäusserung der beiden Genannten, sondern der ganzen Gemeinde- Vertretung aufzufassen, wie dies ja auch die Unterschrift der Anzeige bekundet. Zu den Aeltesten gehörten ausser Riess und Berend noch H. L. Güterbock, J. S. Muhr, M. W. Schietter und J. M. Burg, die Vorsteher wurden durch den Hauptrendanten D. J. Wulff repräsentiert. Mit dem eigenartigen Nachruf steht auch im Zusammenhang, dass seitens der Gemeinde auf den Vice-Oberlandrabbiner kein Hesped, wie sonst herkömmlich war, veranstaltet wurde. Hierzu hätte sich 30 Tage nach dem Tode am 7. Adar II hervorragende Gelegenheit geboten. Während auswärts in Frankfurt a. M., Breslau, Königsberg, Danzig, Posen, Lissa, Krakau, London und anderen Gemeinden des In- und Auslandes wegen des Todes Weyls Trauergottesdienste stattfanden* 1, nahmen die Berliner Aeltesten davon Abstand, ihren verstorbenen Rabbiner in der Heidereutergassen-Synagoge betrauern zu lassen, obgleich ein grosser Teil der Gemeinde die übliche Feier verlangte. Die Männer, die an der Spitze der Gemeinde standen und sich als Vertreter der ״neuen Zeit״ fühlten, konnten es dem ״altgläubigen״ Rabbi nicht vergessen, dass er ihnen im Kampfe um Neuerungen im Kultus- und Schulwesen mit Erfolg entgegen getreten war. Sie erklärten zwar, Weyls Andenken werde für J) Die in Tirschtiegel vom dortigen Rabbiner Gabriel Jakob Cobn am 7. Ad^r II gehaltene Rede ist in seinen דרשות נבד״י (Frankfurt a. O. 1826), I Bl. 21 Nr. 33 gedruckt.