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Jeschurun · 1926-03-01 · Heft 3-4 (März 1926) · p. Seite 190

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
13 (1926)
Issue
Heft 3-4 (März 1926)
Date
1926-03-01
Page
Seite 190 (sequence 82)
Language
German
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190 Meyer Simon Weyl usw. Wenn man hiermit die Nachrufe vergleicht, die heute beim Tode eines Rabbiners oder eines Gemeindemitgliedes veröffentlicht werden, das in einer Kommission oder als Repräsentant oder Vorsteher gewirkt hat, so wird jeder zugeben, dass die obigen Gedenkworte auf einen Rabbiner, der, um von seiner Lissaer Assessortätigkeit zu schweigen, 40 Jahre lang* 1 als behördlich anerkannter Rabbinatsassessor und Rabbiner der Berliner Gemeinde amtierte, etwas knapp ausgefallen sind und sehr sonderbar, wenn dem Rabbiner weiter nichts bescheinigt wird, als dass er in seinem Amte fromm und redlich war. Man braucht aber garnicht auf die Gegenwart zu verweisen. Lehrreich sind in dieser Beziehung die Worte der Anerkennung, die von dem Gemeindevorstand der nächsten Generation nach dem Tode des minder bedeutenden Oettinger, des Nachfolger Weyls, öffentlich ausgesprochen wurden2: Nachruf. Am 7. d. M. endete der Rabbinats-Verweser der hiesigen jüdischen Gemeinde, Herr Jakob Joseph Oettinger, seine zeitliche Laufbahn nach zurückgesetztem achtzigsten Lebensjahre. Seit 40 Jahren hat der Dahingeschiedene in unserer Gemeinde gewirkt und seit 35 Jahren das Amt verwaltet, zu welchem er wegen seines hervorragenden Wissens nach dem Ableben des seligen Vice-Oberlandesrabbiners Weyl berufen worden war. Wie sein Leben stets voll Frömmigkeit und Sanftmut war auch sein amtliches Wirken bei strenger Festhaltnng an den Glaubens- Satzungen doch fern von jeder Unduldsamkeit und nach allen Seiten hin mild und versöhnend. Bei seinen Lebzeiten ward dem Verklärten von Jedermann in der Gemeinde ungeteilt die höchste Achtung gezollt, und auch weit über das Grab hinaus ist ihm ein liebendes und ehrenvolles Andenken in derselben gesichert. Berlin, den 14. November 1860. Der Vorstand der jüdischen Gemeinde. Sachen im Verlage der Hände und Spenerschen Buchhandlung 1826, Nr. 42, Sonnabend den 18. Februar. 1J So nach der falschen Angabe der Aeltesten. In Wirklichkeit waren es 42 Jahre. Siehe hierüber weiter. 2) Berlinische Nachrichten von Staats- und gelehrten Sachen 1860, Nr. 270, Freitag den 16. November. Volks-Zeitung 1860. Nr. 171, Sonnabend den 17. November. Allg. Zeitung d. Judentums 1860 Nr. 48, S. 714.

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