Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 13 (1926)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1926)
- Date
- 1926-03-01
- Page
- Seite 189 (sequence 81)
- Language
- German
- Belongs to
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Meyer Simon Weyl usw. 189 und zu einer weiteren Würdigung des letzten Berliner Rabbiners ,alten Schlages“ beizutragen, ist der Zweck der folgenden Mitteilungen. * * * Am Tage nach Weyls Tode begab sich der Judenälteste Berend in Begleitung des ״Gemeinde-Konsulenten״ Dr. Rubo in die Wohnung des Rabbinatsassessors Jakob Joseph Oettinger und ersuchte ihn, die Funktionen des Verstorbenen einstweilen zu übernehmen und ״für dasjenige zu sorgen, das bei dem Leichenbegängnisse des seelig Verstorbenen von ihm als zweckmassig wird befunden werden״. Die Gemeindeverwaltung traf keine weiteren besonderen Anordnungen. Das Leichenbegängnis blieb der Beerdigungs-Chewra überlassen, und es ist anzunehmen, dass Oettinger vor der Beerdigung auf dem Friedhofe eine Trauerrede hielt. Ein Augenzeuge berichtet1 über das Begräbnis Weyls: ״Gross und allgemein war die Teilnahme der Gemeinde und aller, die seinen Umgang, seinen Rat und Beweise seiner Herzensgüte genossen, und unter der Menge von Trauernden zogen die Kinder seiner Lehranstalt, von ihren Lehrern geführt, die Manen des frommen Vaters segnend, hinter der Leiche her bis zum stillen Grabe, das sie mit den tiefsten, des Verblichenen würdigen Empfindungen wehmütig verliessen.״ Nachdem der Rabbiner zur Ruhe bestattet war, erschien in den Berliner Zeitungen2 folgender Nachruf: Der würdige Vice - Oberlandrabiner Meyer Simon Weyl endete am 14 ten d. M. sein frommes Leben, nachdem derselbe vom 15. März 1786 bis zam 2. Julius 1809 als Rabinerassessor und von da ab bis zu seinem seeligen Ende als Vice- Oberlandrabiner bei der hiesigen jüdischen Gemeinde sein Amt in Frömmigkeit und Redlichkeit verwaltet hatte. Das Andenken, welches der Seelig-Entschlafene sich gestiftet hat, wird für immer fortdauern. Friede seiner Asche. Berlin, den 16. Februar 1826. Die Aeltesten und Vorsteher der Judenschaft. in Berlin-Dahlem und Archiv des Ministeriums für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung (früheres Kultusministerium), J) J. Heinemann in seiner Zeitschrift ״Jedidja“, Bd. VII, 248. 2) Z. B. in den Berlinischen Nachrichten von Staats- und gelehrten 6