Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 13 (1926)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1926)
- Date
- 1926-03-01
- Page
- Seite 188 (sequence 80)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2292929-2293042-2293045--08242-2301524- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
188 M^yer Simon Weyl usw. und die in den ihr eigentlich zugehörigen Klassen die Ausbildung von Rabbinern und Lehrern gleichmäßig bewirken sollte, fand von Seiten der Regierung günstige Aufnahme (7. Januar 1825). Am 11. Mai 1825 wurde der Plan endgültig bestätigt. Aber die verdienstvolle Anregung, die Weyl den Juden Berlins und auch der gesamten Judenschaft Preussens zugehen liess (25. Jan.), blieb ohne rechte Ausführung. Die Aeltesten wollten das Institut nicht als Gemeindeanstalt anerkennen, dadurch fehlten die Mittel zu gedeihlicher Entwickelung. Nach Weyls Ableben kam das Seminar doch unter Inspektion des Rabbinatsassessors Oettinger unter Leitung des Dr. Heinemann.als Privatseminar zustande.“ Weniger Verständnis batte Geiger für eine andere Seite der Wreylschen Tätigkeit, wenn er einige Seiten später1 schrieb, ohne sich zu erinnern, dass er schon früher denselben Wreyi erwähnt und gelobt hatte: ״Ein vorheriger Rabbinatsassessor Meyer Simon W7eyl, ein verständiger Mann von nicht geringer talmudischer Bedeutung, aber nicht mit der erforderlichen deutschen Bildung ausgerüstet, trat unter dem Titel eines Vice-Ober-Landrabbiners an seinen (Hirschei Lewins) Platz, den er 25 Jahre lang behauptete. Die Kulturbestrebungen der Zeit, wie wir sie geschildert, fanden bei ihm keine Förderung, kaum eine Bekämpfung2.״ Was Geiger hinsichtlich Weyls überging, holte der Erforscher der Posener Judengeschichte, Louis Lewin, hauptsächlich auf Grund der hebräischen Quellen nach.3 Er hat dem Manne der ״eminenten Gelehrsamkeit und Weltklugheit״ ein ehrendes, literarisches Denkmal gesetzt. Die von Lewin zusammengestellte Uebersicht auf Grund bisher unbekannten Materials4 * zu erweitern 0 I, 189. 2) II, 288 weiss Geiger schon mehr über Weyls Kampf gegen den deutschen Gottesdienst zu berichten. 3) Geschichte der Juden in Lissa, S. 838—848. Vgl. hierzu die von Lewin benutzten Handschriften Landshuths A 47, Bd. 3, S. 143—146 und A 68, S. 51—67. 4) In der Handschriftenabteilung der Bibliothek der Berliner jüdischen Gemeinde, im Archiv der Berliner jüdischen Gemeinde, Geheimen Staatsarchiv