Mannheim
Compact Memory

Jeschurun · 1926-03-01 · Heft 3-4 (März 1926) · p. Seite 184

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
13 (1926)
Issue
Heft 3-4 (März 1926)
Date
1926-03-01
Page
Seite 184 (sequence 76)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2292929-2293042-2293045--08238-2301520
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

3 entity mentions

184 Eine messianische Bewegung usw. ses Urteil wird öfters wiederholt, wodurch es, allerdings, noch nicht bestätigt ist1). Um so auffallender ist die Tatsache, dass der eigentliche Tradent des R. Jonathan ben Elieser kein anderer als der vorher genannte Babylonier, R. Samuel b. Nachman gewesen ist! Wir sehen R. Simlai auf Reisen. Er predigt in Nisibis 2) und Antiochien 3). Wahrscheinlich hingen diese Reisen mit messianischer Propaganda zusammen. Von den wenigen Sätzen des R. Simlai, die in unserer Literatur aufbewabrt sind, sind einige für unsere Untersuchung von Wichtigkeit. R. Simlai predigte einst über Arnos 5, 18 und brachte die Parabel von dem Hahn und der Fledermaus4). Beide erwarten das Tageslicht. Da sagt der Hahn zur Fledermaus: Ich erwarte mit Recht das Tageslicht, denn das Licht gehört mir, du brauchst doch kein Licht, worauf wartest du? Hier handelt es sich weder um Christen, noch um Heiden. Erstere hatten bereits ihren Messias, letztere brauchten ihn nicht. R. Simlai predigt hier gegen seine politischen Gegner, die seinen Berechnungen keinen Glauben schenkten. Sie sind die Fledermäuse, die kein Licht brauchen. Zweitens polemisiert R. Simlai in seiner anderen Predigt gegen seine Gegner, die behaupten, dass Gott Rom die Weltmacht erteilt hat als Belohnung und infolge Isaaks Segen. Die Gemeinde Israels sagt vor Gott: Herr der Welt! für Esaus drei Tränen hast du ihm die Weltherrschaft erteilt und ihm Wohlstand gegeben, um wieviel mehr solltest du schon die Schmach deiner Kinder und die endlosen Tränen Israels sehen (M. Ps. ed. Buber 363). Gott belohnte Esau für seine drei Tränen, über die unsere Agadisten so viel predigen, wäre es nicht Zeit, meint R♦ Simlai, wegen des Meeres von Tränen und Blut, das wir vergossen haben — die messianische Zeit herbeizuführen? Schliesslich *) jer. Schabb. 1, 2. 2) jer. AZ. 41a. 3) j er. Kid. 64 a. 4) Sanh. 98 b: דרש ר׳ שמלאי מאי דכתיב הד המתאדם את יום ה, זה לכם יום ה׳ הוא חשך ולא אות משל לתרנגול ועטלף, שהיו מצפין לאור א״ל תרנגול לעטלף אני מצפה לאורת שאורה שלי הוא ואתה למה לך אורה. Vgl. Bäck, MGWJ. 1880,71, Bacher, 1. c. 563, N. I., die aber den Sinn der Parabel missverstanden haben, s. weiter im Texte.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.