Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 13 (1926)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1926)
- Date
- 1926-03-01
- Page
- Seite 179 (sequence 71)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2292929-2293042-2293045--08233-2301515- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Eine messianische Bewegung usw. 179 sind. Zuerst das des R. Eleasar b. Pedath. Er fleht um Liebe und Brüderschaft, Friede und Freundschaft. Ferner: mögen unsere Grenzen mit Schülern vermehrt werden, möge Erfolg unsere Hoffnung krönen, gib unseren Anteil im Garten Eden, einen guten Freund und Willen, wenn wir aufstehen möge Gottesfurcht unser Herzenswunsch sein, mögen die Wünsche unseres Herzens vor Gott zum Guten gedacht werden (b. Ber. 16 b, vgl. A. L. Feinstein in הכרם, ed. Atlas 1887. 121, der die Erklärung dieser Gebete vermutet hat. Er ist im Rechte, wenn er nach Eh Jakob R. Eleasar b. Pedath statt R. E. b. Parta vorschlägt, allein in der Erklärung ging er fehl). Streit und Hader herrschte in den Kreisen der Lehrer. Diese sind nicht aus persönliehen Sympathien oder Antipathien zu erklären, sondern als Resultate tiefgehender Gegensätze von politischen und religiösen Auffassungen zu verstehen. R. Chanina ben Hama, der Nestor der Gelehrten ermahnt die Lehrer und Schüler: die Gelehrten müssen Frieden förden (b. Ber. 64 a. Vgl. b. Sabb. 114 a. Sifre Deut. § 309. Cant. r. 1,3. Seder Elia sutta c. 17 ed. Friedmann). R. Simon b. Chalafta spricht von der Grösse des Friedensgedankens (M. Ukazin III, 12, Sifre Num. § 42, Num. r. 11, 16 und 21, 1). R. Eleasar b. Pedath verdanken wir die Lehre, dass Leute, die unter einander Frieden halten, selbst wenn sie Götzendiener sind, von keinem Unheil berührt werden können (Gen. r. 38, 6. ed. hat ד אומר; s. jedoch Pes. r. 199b R. Eleasar). Das grosse Verdienst des Friedens wird oft von den Lehrern der ersten Jahrhunderte hervorgehoben, jedoch keiner von ihnen ging so weit wie dieser Amora; und zwar aus guten Gründen. Dieser grosse Friedensfreund war gewiss schmerzlich berührt vom Anblicke der Zwietracht, der offenen Feindseligkeit, des ungesunden Konflikts unter den Gelehrten. In diesem Streite handelte es sich um die individuelle Stellungnahme zur messianischen Bewegung. Das Gebet ותרבה גבולינו בתלמודים״., entspricht dem messianiseben Zeichen בו תלמידי חכמים מתמעטים. Dieser Punkt verlangt gleichfall seine Erläuterung und verdient eine erneute Untersuchung. Beide Lehrer lebten in Tiberias. Ist diese Klage gerechtfertigt? Wir dürfen annehmen, dass unsere literarischen Quellen wenigstens