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Jeschurun · 1926-03-01 · Heft 3-4 (März 1926) · p. Seite 178

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
13 (1926)
Issue
Heft 3-4 (März 1926)
Date
1926-03-01
Page
Seite 178 (sequence 70)
Language
German
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178 Eine messianische Bewegung nsw. beachten, so werden wir einsehen, dass nicht alle Zeichen in der Borajta tannaitisch sein können. Ferner wird das Zeichen von der Verminderung der Schülerzahl dem R. Jochanan bar Nappacha zugeschrieben wird. Er sagt: דור שבן דוד בא בו ת ל מ י ד י חכמים מתמעטים והשאר עיניהם כלות ביגון ואנחה וצרות רבות וגזרות קשות מתחדשות עד שהראשונה פקודה שניר. ממהרת לבא (b. Sanh. 97 a). Das ist das wahre Bild des Zeitalters! Die Schülerzahl wird weniger. Die Besucher des Lehrhauses schmach?en dahin vor Angst und Qual, Bedrückungen und Verfolgungen. Wie gross das Elend gewesen sein muss kann man einer Schilderung des R. Simon b. Lakisch entnehmen. R. Jochanan sagte: Soll der Messias nur kommen, aber ich werde ihn nicht sehen! RSbL: Warum sprichst du so? Vielleicht, weil es geschrieben steht: Wie ein Mann der vor einem Löwen flieht und einen Bären trifft u. 8. w. Ich werde dir zeigen, dass diese Dinge auch heute Vorkommen. Ein Mann geht aufs Feld, da begegnet ihm der Vogt (סנטר), da ist ihm zu Mute als hätte er einen Löwen ge״ troffen; heimkehrend trifft ihn der Steuerpächter (*י(גבא es ist, als würde ihn ein Bär ergreifen; er betritt sein Haus, sieht seine Kinder verschmachten vor Hunger, da ist es ihm, als hätte ihn eine Schlange gebissen (b. Sanh. 98 b). Wieder das schreckliehe Bild von Hunger, Unterdrückung und Erpressung! Harte Steuern, Unsicherheit des Besitzes und häusliches Elend sind die allgemeinen Züge dieser Zeit. Ist es da zu verwundern, wenn auch R. Jochanan zur Ueberzeugung gelangt, dass wenn du ein Zeitalter immer und immer ärmer und ärmer werden siehst, dann hoffe auf die nahe Ankunft des Messias, oder, wenn du stets neue Verfolgungen über Israel eintreffen siebet, dann hoffe auf des Messias baldiges Eintreffen (b. Sanh. 98 a). Die Härte der Zeiten haben auch R. Jochanan bewogen, seine frühere antimessianische Stellung zu ändern. Hunger und Elend haben auch ihn von der Nähe der messianischen Zeit überzeugt. Ein treues Spiegelbild der politischen und religiösen Verhältnisse wird uns in den privaten Gebeten der Lehrer dieses Zeitalters geboten. Im Talmud finden sich eine Reibe von Gebeten, die von den Rabbinen zum Schlüsse der Amida hinzugefögt worden

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