Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 13 (1926)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1926)
- Date
- 1926-03-01
- Page
- Seite 177 (sequence 69)
- Language
- German
- Belongs to
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Eine messianische Bewegung usw. 177 Wir eutnehmeu diesen Honrilien wertvolle Winke zur Beuiteilung der Zeitgeschichte. Zuerst, dass es Leute gab, die נתייאשו מן הגאולה, die Hoffnung auf Erlösung aufgegeben haben. Wir begegnen diesen Elementen in einer Borajta, die viele spätere Zusätze enthält. Hier hören wir, dass der Messiah nicht kommen wird bis die Angeber (ממירות) verschwinden, die Zahl der Gelehrten vermindert wird, Not und Armut herrschen, die letzte Hoffnung auf Erlösung schwindet (B. Sanh. 97 a Sifre Dt. § 326 כי יראה כי אזלת יד כשרואה הכל מהלכים לפרו בגולה, ד״א כשיתייאשו מן הגאולה. ד״א כשתכלה פרומה מן הכיס, M. Tannaim 201 שראו שהלכו בגולה, שראה שנתייאשו מן הגאולה, שראה שבלתה פרוטה מידן ♦של ישראל עד שיתמעטו התלמידים עד שירבו המסורות, s. auch Lekah Tob Dt. 118). Die allgemeine Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit ist ein Zeichen dieser Zeit, und doch ist die Erfüllung des langersehnten Tages so nahe. Ein Midraschfragment (vgl. Midrasch hagadol Exod. ed. Hoffman. 81) in dem wir lesen: Du findest, dass die künftige Erlösung nicht stattfinden wird bis Israel jede Hoffnung auf dieselbe aufgegeben hat und die Wahrsager und Magier einmülig verkünden werden, dass Israel aufgehört hat zu sein1), vgl. Jes. 44,2526־, stimmt genau mit dieser Schilderung überein. Die Agadisten dieses Zeitalters zeichnen die Zustände in Aegypten mit Farben, die ihrer eigenen Zeit entlehnt sind, wenn sie sagen: Es gab unter den Israeliten in Aegypten abtrünnige Juden, die an eine Erlösung nicht glaubten und die geheimen Pläne der Israeliten an die Aegyter verraten haben (ibid. 85). Wenn wir diese Aussprüche 1920, no. 44, fol. 11- 13. R. Hillel, b. Sanh. 99a, der angeblich mit dem gleichnamigen Sohne des R. Samuel b. Nachmani identisch sei, vgl Bacher A. P. A. III, 703, verkündet einen ähnlichen Gedanken: אין להם משיח לישראל שככר אכלוהו בימי הזקיוז. Israel hat keinen Messias mehr zu erwarten, denn sie haben ihn bereits in den Tagen Chezekias verzehrt. Bacher dachte daran, dass Hilleis Ausspruch eine polemische Tendenz gegen das Christentum habe. Tatsächlich wiederholt Hillel nur den Gedanken seines Vaters Samuel bar Nachmanis: Gott ist Israels Erlöser! Zur Erklärung 8. weiter. J) Diese Behauptung von der Verwerfung und dem Aufhören Israels im dritten Jahrhundert, vgl. Marmorstein, Eine alte liturgische Schwierigkeit, im Jesc’nurun, XII. 1925, 202—211.