Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 13 (1926)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1926)
- Date
- 1926-03-01
- Page
- Seite 170 (sequence 62)
- Language
- German
- Belongs to
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170 Vorfragen der Religionsphilosophie Wahrheitszeichen usw.), und aller Zuwachs an psychischem Besitz geht mit Bedeutungszuwachs einher. Nur ganzmachende Faktoren aber können diesen herstellen. Hier soll nicht einseitig für oder gegen die eine oder andere Strömung in der Psychologie Stellung genommen werden; alle haben ihren unbestreitbaren Wert. Sicher ist nur, dass eine nur experimentell arbeitende Psychologie nur einen geringen Teil der möglichen Einblicke in das Seelenleben und seine Dynamik gewähren würde. Das Erstarken der geisteswissenschaftlich oder unabhängig eingestellten Psychologie aber ist ein unmittelbarer Gewinn für die Religionsphilosophie. 4. Hier müsste nun ein Abschnitt über Ethik, Geschichte und Kulturphilosophie angeschlossen und deren gegenwärtige Bedeutung . für eine moderne Religionsphilosophie untersucht werden. Das soll für heute unterbleiben. Nur das sei gesagt, um zu einem vorläufigen Abschluss dieser Betrachtung zu gelangen: in der Ethik tritt bestimmt, unsicherer in der Geschichte ein überpersönlicher Faktor auf, und so steigert sich das für Biologie und Psychologie über die Bedeutung der Ganzheit Gesagte mit Rücksicht auf Religionsphilosophie, ganz abgesehen davon, dass deren Inhalte immer mehr in Grenznachbarschaft zu den religiösen Objekten gelangen. IV. Wenn in aller gebotenen Kürze ein Fazit aus dem bisher Entwickelten gezogen werden soll, so ist es dies: Wir gelangen immer deutlicher zu der Wahrnehmung, dass der Aufbau des Gesamtsystems der Wissenschaften nicht mehr in der primitiven Art des Mechanismus geschieht ohne Differenzierung von Methoden und Begriffsschema. Vielmehr zeichnet sich gerade jedes echte selbständige Forschungsgebiet dadurch aus, dass zu seiner Kenn- Zeichnung neue elementare Bestandteile gehören. Dieser Schichtenbau der Wissenschaft, ihre steigende Kompliziertheit führt immer höher und lässt uns ahnen, dass wir mit den bisher gesetzten Begriffen und charakterisierten Gebieten noch nicht am Ende sind. Oder besser gesagt: er lehrt uns, dass diese von uns