Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 13 (1926)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1926)
- Date
- 1926-03-01
- Page
- Seite 169 (sequence 61)
- Language
- German
- Belongs to
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Vorfragen der Relinionsphilosophie. 169 Vertreter in der Assoziationslehre, im psychophysischen Parallelismus (genauer psycbomecbanischen) noch in der experimenteilen Arheitsrichtung (die Wundt zu grösstem Erfolg geführt hat) erschöpfr. Auch was man ״behaviorism“ nennt (objektive Psychologie, die das Verhalten prüft und entsprechend den Grenzen, die die Tierpsychologie zieht, das ״Subjektive“ ausschaltet), deckt nicht den Aufgabenbezirk. Der vorsichtigste Schritt, der noch in der Nähe der alten Lehre bleibt, wurde von Köhler und Wertheimei vollzogen und hat zur Aufstellung des Gestalt- und Strukturbegriffs geführt. Dieser besagt, dass jeder Komplex von Empfindungen (Farben, Töne usw.) mehr ist als eine blosse Summe der Elementarien. Driesch12) gibt sich damit nicht zufrieden und meint, dass der Ganzheitsbegriff viel weiterreichend und umfassender sei. Das ist gewiss richtig; wir wollen aber in der Setzung des Strukturbegriffs doch jedenfalls die erste Ahnung der Unzulänglichkeit der alten summenhaften Lehre erblicken und uns dieses Fortschrittes freuen. Viel bedeutsamer ist die von D i 11 h e y angebahnte Erkenntnis. Er stellte der zergliedernden die verstehende Psychologie entgegen, die nicht in rein kausaler Arbeit, ganz besonders nicht in dem, was man Einzelheitskausalität nennt, Genüge findet, sondern die Einfühlung in die Psyche bezw. Persönlichkeit anstrebt und Sinnzusammenhänge im Psychischen sucht. Jedenfalls kehrt die Psychologie mit diesen Tendenzen zur psychischen Realität zurück und erwählt die schwere Aufgabe, der Kompliziertheit wirklichen Erlebens gerecht zu werden. Ohne den ausgesprochenen Gegensatz zur zergliedernden Psychologie lehrt auch Driesch13) die entscheidende Bedeutung von Sinn und Sinnbereicherung in der Psychologie. Bereits in der Lehre von den psychischen Elementen ist Sinn und Bedeutung als Kennzeichen vorhanden (durch Ordnungszeichen, 12) Grundprobleme d. Psychologie Leipzig 1926. S. 64 ff. 13) ibid. an vielen Stellen. Dieses leichter als Drieschs andere Werke geschriebene Buch verdient ein sehr grosses Leserpublikum.