Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 13 (1926)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1926)
- Date
- 1926-03-01
- Page
- Seite 165 (sequence 57)
- Language
- German
- Belongs to
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Vorfragen der Religionsphilosophie. 165 Masse für unsere Sonderfrage, weil ihr Objekt mehr als Inhalte anderer grundlegenden Erlebnisse Existenz im absolutem Sinn meint und will. In dieser Meinung soll uns das schöne Wort Leibnizens lebendig bleiben: Religio phaenomenon bene fundatum. III. Sehr wichtige Ergebnisse für eine moderne Religions- Philosophie gewinnen wir, abgesehen von dem bisher Erörterten, aus der Struktur der modernen Wissenschaft. Es gehört zu den wichtigsten Vorfragen der Religionsphilosophie, zu ergründen, ob ausser einer charakteristischen Erlebnisform und oft mehr vom Wunsch als von zwingender Erkenntnis eingegebenen Problemen metaphysischen Charakters die Beschaffenheit der Wissenschaft und der Stand der Forschung eine Weiterführung bzw. Ergänzung durch religiöse Philosophie gestatten bzw. erheischen. Nicht etwa, als ob wir das Daseinsrecht des letzteren davon abhängig machten. Aber fraglos ist dieses Verhältnis nicht ganz gleichgültig, auf keinen Fall für das Gelingen, das Ausmass des Gelingens und die Aufnahme der Ergebnisse bei den Forschern. Denn in Wissenschaftsnähe zu verbleiben, sollte doch das Bestreben der Religionsphilosophie sein, und diese Wegweisung, die insbesondere H e r m a n n Cohen gegeben hat* * * * * 7), sollte auch von denen als autoritativ angesehen werden, Rolle. Unsere Argumentation hier entspricht dabei völlig Drieschs neuer Erörterung hinsichtlich der metaphysischen Ausdeutung des Freiheitsproblems. (Metaphysik, Jedermanns Bücherei, Breslau 1924 und Grandprobleme der Psychologie [engl. Princeton 1925, deutsch Leipzig 1926 bei E. Reinicke]). 7) Ich denke natürlich in erster Reihe an seine Religion der Vernunft aus den Quellen des Judentums Leipzig 1919. — In Betracht kommen aber auch sehr bedeutsame kürzere Abhandlungen, die in ״Hermann Cohens Jüdische Schriften“ (8 Bände, herausgegeben v. d. Akademie für die Wissenschaft des Judentums, Berlin 1924, bei C. A. Schwetschke u. Sohn) Aufnahme gefunden haben, und auf die ausdrücklich verwiesen sei. Ich führe als Beispiel die Abhandlung: Die religiösen Bewegungen der Gegenwart (aus d. Jahre 1914) an, Bd. I, S. 86—65. — Das Gesamtwerk ehrt die Akademie nicht minder als Cohen. Es ist vorzüglich ausgestattet und enthält eine über alles Lob erhabene Einleitung von Franz Rosenzweig.