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Jeschurun · 1926-03-01 · Heft 3-4 (März 1926) · p. Seite 164

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
13 (1926)
Issue
Heft 3-4 (März 1926)
Date
1926-03-01
Page
Seite 164 (sequence 56)
Language
German
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164 Vorfragen der Religionsphilosophie. hier in den Vordergrund gestellt werden, der der Religions- Philosophie eine eigene Aufgabe zuweist: das Recht der n e g a - tiven Entscheidungen5). Manche von der reinen Wissenschaft und Philosophie vertretenen Theoreme kann die Religionsphilosophie gewiss ablehnen, die nämlich, welche den letzten Anschauungen, den konstituierenden Gedanken jeder, selbst der sublimiertesten Religion zuwiderlaufen. Dass auch dieser Auffassung ein letzter Rest Dogmatismus anhaftet, soll nicht geleugnet werden. Aber es ist das Minimum des Mögliehen. Frei von jedem Dogmatismus ist aber die Behauptung, dass die Religionsphilosophie das Recht auf Ablehnung der fremden Lehren hat, die dem Vorhandensein des religiösen Erlebens keine Rechnung tragen. Nicht zuletzt um der Wichtigkeit dieses Entscheidungsrechts willen wird in diesem Aufsatz immer erneut die Bedeutung des Sondercharakters und der phaenomenologischen Gewissheit des religiösen Erlebens betont. 3. Der schon mehrfach gestreifte Sachverhalt, dass die phaenomenologische Einstellung zum religiösen Komplex zwar ganz von den metaphysischen Ambitionen abstrahiert, sie aber gewiss nicht vernichtet. Eher darf der Meinung Ausdruck gegeben werden, dass was offen oder versteckt, deutlich oder verschwömmen auf Transzendentes hinweist, auch einer Uebertragung auf das metaphysische Blatt bedürftig ist. Wenn schon jedes Erlebnis von stark betontem Charakter metaphysisch etwas bedeuten muss — vorausgesetzt, dass man überhaupt sich zu einer Wirklichkeitslehre entschliesst, wozu allerdings kein absoluter Zwang philosophisch besteht — weil nur unter Zugrundelegung der Vollständigkeit der philosophischen Urtatsache eine Metaphysik begründet werden kann6}, so gilt das fraglos in verstärktem 5) Ich habe diesen Gesichtspunkt für meine Person zum ersten Male deutlich gesehen und ausgesprochen in meiner Abhandlung *über moderne Naturphilosophie“, Monatsschr. für Gesch. und Wissensch. des Judentums, Bd. 69, 169—184,184 f. Dort wird in Sachen des Darwinismus und Lamarckismus davon Gebrauch gemacht. In extenso wird das demnächst in einer grösseren Arbeit geschehen, die gesondert erscheint. 6) Dieser Gedanke spielt in Drieschs System eine grosse

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