Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 13 (1926)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1926)
- Date
- 1926-03-01
- Page
- Seite 162 (sequence 54)
- Language
- German
- Belongs to
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162 Vorfragen der Religionsphilosophie. Klassiker als Philosophen, und sicherlich ist noch viel Arbeit zu leisten, um ihre Systeme und deren Stellung in der Geschichte der mittelalterlichen Philosophie völlig zu beherrschen bzw. zu kennzeichnen. -Aber ebenso sicher ist, dass wir nie neuer Bemühungen entraten können, weil die jeweilige geistige Lage einer Epoche neue Probleme aufgibt, die nicht ohne Schaden ungelöst bleiben. — Eben deshalb müssen wir, sofern wir uns an der wissenschaftlichen Philosophie orientieren, ihre Methoden benutzen und ihren Spuren folgen. Aus diesem Grunde habe ich oben auf die Bedeutung der phaenomenologischen bzw. psychologischen Untersuchungen auf dem Gebiete der Religionsphilosopbie hingewiesen. Da es aber nicht der Zweck meiner Ausführungen ist, diesmal ausführlich auf diese Be- Strebungen einzugehen, so möge heute der Hinweis auf eine lehrreiche Studie von P. Hofmann: Das religiöse Erlebnis genügen. Dort werden die verschiedenen Typen des religiösen Erlebnisses zur Darstellung gebracht3). So belebend aber die neue Forschungsrichtung in der Religionsphilosopbie erscheint, so wenig sind damit die alten Probleme, oder doch ein Teil von ihnen, ausgeschaltet. Die weitgesteckten hohen Ziele der alten Lehre bleiben erstrebenswert, selbst wenn sie sich der Erfassung durch die strenge wissenscbaftliche Methodik und der Eingliederung in ein exaktes System noch entziehen. Das muss begründet werden. Folgende Gesichtspunkte scheinen mir beachtenswert: 1. Schon oft haben alte Fragestellungen, die als überholt galten, eine Auferstehung gefeiert (das gilt vor allem für Fragen der Metaphysik); 80 das Universalienproblem (idea ante rem, idea in re) und die Unsterblichkeit. Selbst stark anthromorphistisch s) Fesselnd ist die Analyse des Erlösungsgedankens, der ja, trotz christlicher Färbung, auch uns angeht. Der stark emotionale Charakter des Erlebens und die Beziehung der religiösen Wertung auf das Heil des ganzen Lebens, eine Wertung, die positiv auf negativem Hintergrund ist (die UeberWindung des Schuld- und Ohnmachtsgefühls), sind Charakteristisch (P. Hoffmann, das religiöse Erlebnis; philos. Vorträge der Kaut- Oesellschaft Berlin 1925).