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Jeschurun · 1926-03-01 · Heft 3-4 (März 1926) · p. Seite 159

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
13 (1926)
Issue
Heft 3-4 (März 1926)
Date
1926-03-01
Page
Seite 159 (sequence 51)
Language
German
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Vorfragen der Religionsphilosophie. 159 der Kabbala einiges Bürgerrecht erlangt, und voll gleichberechtigt ist sie heute nicht, allzu luftig und idealisch, wie sie ist. So geht auch Bialiks Konfession nur sehr gelegentlich auf die Geschichte seiner Seele — meist ist es vielmehr die gleiche Bewegung, die eines seiner Gedichte zum Autobiographischen verengt und zur Gemeinschaft des Volkes erweitert. Deshalb ist ihm auch jede ״reine Kunst“, alles ״l’art pour l’art“-tum verhasst: das Theater soll, ganz schillerisch, eine moralische Bildungsstätte der Nation sein: ״Unsere Kunst 1wird nicht nur das Volk ergötzen, sondern es auch erziehen“. So erstrebt seine Dichtung, deren Adressat fast immer Gott, deren Publikum fast immer das gleichsam im Minjan versammelte Volk ist, dasselbe, was auch die Halacha will, die Bialik selber einmal eine ״didaktische Kunst“ genannt hat. (Schlnss folgt) Vorfragen der Religionsphilosophie1). Von Dr. Oskar Wolfsberg, Berlin. I. In älteren Zeiten verstand man unter Religionsphilosophie die Herausarbeitung philosophischer bzw. der philosophischen Elemente einer Religion, sei es als eine eigenem Forschungsdrang genügende Leistung, die vorhandene philosophische Systeme nicht berücksichtigte, sei es mit der ausgesprochenen Tendenz, damit eine freundschaftliche oder gegnerische Haltung zu be- *) Diese Abhandlung bleibt bewusst den Grund- und Kernfragen der jüdischen Religionsphilosophie noch fern, um die Vorfragen, die gegenwärtig durch die allgemeine wissenschaftliche Situation an Interesse gewinnen, zu beleuchten. Nur vorläufig sei bemerkt, dass eine Erneuerung jüdischer Religionsphilosophie, die die Kette der traditio# nellen fortsetzt, ihr Interesse zunächst auf die Analyse des religiösen Erlebnisses und seine Bedeutung koncentrieren und, al3 historische Arbeit die Rolle des Erlebens in den klassischen Werken nachweisen sohte.

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