Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 13 (1926)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1926)
- Date
- 1926-03-01
- Page
- Seite 132 (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Zweierlei Schulformen usw. 182 in allen andren Schuldisziplinen. Der Weg über die Sprache zum Inhalt, zum Geist, ist der Weg, den alle unsre Kinder zu gehn gelehrt werden; wir machen uns daher die gesamte Denkübung, die bisher vom Kinde geleistet war, zu nutze zum Besten der heiligen Lehrgebiete. Dieser Weg würde den Schulen eine systematische, allen gemeinsame Linie eröffnen, einen lückenlosen Aufbau von der untersten Stufe an bis nach oben hin ermöglichen. Es ist der Weg dauernder Selbstkontrolle, der einzige, der die häusliche Mitarbeit in der gleichen Weise, wie alle andren Fächer wie von selbst in den Dienst des Unterrichts nimmt. Es ist auch derjenige Weg, der den L e h r er zu ehrlicher Arbeit aufruft, zu einer wirklichen, nicht scheinbaren Stoffbeherrschung, die aus Uebersetzungen und Hilfsmitteln nur erborgt und erschlichen ist. Dann würde der ganze Streit um systematische oder quellenmassige Behandlung des religiösen Wissensstoffes ein anderes Gesicht bekommen. In keinem Falle würde der Schüler aus der Luft der heiligen Sprache, von dem Nähr- und Mutterboden des heiligen Schrifttums sich loslösen müssen. Es ist nicht wahr, dass dieser Weg, von jungen Stürmern fälschlich umgebogen, aus der Heimat der Sinaireligion herausführt. Es bleibt ein sinnloses Unternehmen, die hebräische Sprache zu profanieren; und wenn rohe Hände es versucht haben, so bleibt es ein Versuch mit untauglichen Mitteln. Solange es eine Bibel gibt, führt der Weg über die heilige Sprache ins Herz des Judentums, in die Tora. Es ist in diesem Zusammenhänge nicht möglich, ausführlicher zu sein. Es muss aber diese Zweiteilung sich herauskristallisieren: der Schule der Weg über das Sprechen zum Gedanken, dem andren Limud der über die Gedankenwelt zur langsamen, langwierigen Assimilation und Apperzeption der sprachlichen Form und Wendung, der Weg der Schule und der Weg derJesaiaworte. Erst dann kann der Plan erwogen werden, die jüdischen Fächer an jüdischen Schulen als Ersatz oder Aequivalent für andere vom Staate geforderten Lehr- und Sprachgebiete einzusetzen.