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Jeschurun · 1926-03-01 · Heft 3-4 (März 1926) · p. Seite 131

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
13 (1926)
Issue
Heft 3-4 (März 1926)
Date
1926-03-01
Page
Seite 131 (sequence 23)
Language
German
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Zweierlei Schulformen usw. 181 verwirklicht sind, die daher dem Problem unseres Jugend- Unterrichts nicht gerecht werden. Unter solchen Versuchsbedingungen sind selbst die Erfolge jener Selekta nichts Ausserordentliches und es lassen sich Beispiele ihr an die Seite stellen von bedeutend grösserer Leistung. In den Jeschiwahkursen zu Hamburg haben ca. 15 Schüler der Talmud Tora Realschule im Alter von 12—14 Jahren in änderthalb Jahren ganz בבא מצ*עא mit Tossaphot durchgenommen und öffentlich sich vor den versammelten Rabbinen darüber prüfen und ausfragen lassen. Diese Schüler haben aber täglich fast 2 Stunden für das Lernen sich abgerungen. Was daher die Fragestellung des Artikels betriff(:, ob Allgemeinschule oder Religionsschule oder beides: so trifft sie m. E. nicht den Kern des jüdischen Erziehungsproblems. Gewiss ist, dass alle Schulformen nur Minimalpensen lehren können, der Zeitmangel wird immer zur Folge haben, dass das Verstehen, das Interesse wohl gewertet, die formalen Fähigkeiten angeregt werden können, dass aber die eigentliche Arbeit ausserhalb liegt, im Einzelunterricht oder in Kursen, wo wenige sich stundenlang in die Lehre vertiefen und dadurch eine volle Geläufigkeit, eine vollkommne Durchdringung des Hirns mit Sprache und Inhalt, mit Form und Sinn unsrer Lehre gewinnen. Es ist fast so, als ob die Tora'die Pflicht, die eigenen Kinder zu lehren, durch keine Schule ersetzt haben wolle. Wie jener für alle geltende Minimalunterricht möglichst ergiebig gemacht werden kann, wie er ferner mit dem Privatunterricht ohne schädliche Konkurrenz einhergehn, ihn ergänzen und festigen kann, das ist m. E. die Hauptfrage, die es zu beantworten gilt. Die Lösung liegt in einer neuen methodischen Grundlegung des gesamten Religionsunterrichts, in seiner Fundierung auf das Fundament der lebendigen hebräischen Sprache. Seit tausend Jahren ist kein Fortschritt in der Didaktik unsrer Religion gemacht worden, diesem vergleichbar. Es bedeutet für unsere Schüler in Deutschland eine vollkommne Ausgleichung unsres methodischen Vorgehns an die Arbeitsweise

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