Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 13 (1926)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1926)
- Date
- 1926-03-01
- Page
- Seite 127 (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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Konfessionelle Schule usw. 127 geleistet, alles, was ihr nur irgend wesensverwandt, in ihren Bann ziehen und für die Dauer an sich fesseln. Aber der gleiche Gewinn erwüchse für das Innenleben der Gemeinschaft. Mit Recht wehren sich die Austrittsgemeinden gegen den Vorwurf des Separatismus. Sie wollen keine Sekte sein. Sie wissen sich eins mit den grossen Massen des thoratreuen Judentums, die in einer Reihe von Ländern die weit überwiegende Mehrheit der Gemeinden bilden. Aber die Gefahr des Sektiererischen ist immer gegeben, wenn man sich hermetisch abschliesst, wie das einer kleinen Minderheit oft begegnet, weil sie der falschen Meinung ist, nur so könne sie sich behaupten. ״Im engen Kreis verengert sich der Sinn“. Eine Institution, die in ihrer religiösen Geistesarbeit die Brücke schlägt zu den zunächst noch Wesensfremden, bereichert die eigene religiöse Spannkraft, sie strahlt nicht nur aus, sie empfängt auch Licht und Wärme. Darum die Schlussfolgerung aus dem Vorhergehenden: Nicht konfessionelle oder Religionsschule, sondern konfessionelle und Religionsschule. J. W. Zweierlei Schulformen — zweierlei Methoden. (Ein Nachwort zu vorstehendem Aufsatz des Herausgebers.) Von Oberrabbiner Dr. Joseph Carlebacb, Altona. Im magischen Licht glücklicher Erinnerungen schaut der hochverehrte Verfasser Leistung und Geschichte ״unserer״ Religionsschule, mit der auch mich die ersten Lehrerfreuden verbinden, die Wollust der ersten ״Selbständigkeit“ des Uebersprudelns eines jungen Herzens mit der charakteristischen mangelnden Distanz gegen Personen und Einrichtungen, kurz mit der vollen Seligkeit der Jünglingsjahre. Alles, was die Manen der Vergangenheit an Grösse umwittert, überträgt der Verfasser unwillkürlich auch auf ihre Schulmeisterei: aber rabbinische und wissenschaftliche Tätigkeit stehen nicht immer in grader Proportion mit pädagogischen Tätigkeiten.