Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 13 (1926)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1926)
- Date
- 1926-03-01
- Page
- Seite 125 (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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Konfessionelle Schule usw. 125 sie mit der Oberschulbehörde um jede Stunde ringen mussten, habe ich aus ihrem eigenen Munde so mancherlei erfahren. So kann man im Allgemeinen sagen, dass diejenigen, die es zum ״Lernen״ brachten, diese Fertigkeit ausserhalb der Schule errangen. Und viele werden durch bezahlten Privatunterricht ihre Kinder haben fördern müssen. Nun spricht das alles selbstverständlich nicht gegen die jüdische Realschule. Sie soll nur in ihrer Begrenzung gezeigt werden, die ihr durch äussere und innere schranken gezogen ist. Wenn aber doch diese Schranken einmal vorhanden sind, wenn durch Fortbildungskurse, durch Schiurim, durch Ta!3 mudthoraschulen dennoch die Aufgaben einer wirklich jüdischen Erziehung gelöst werden müssen, die die konfessionelle Schule allein nicht lösen kann, warum dies nicht in einem geschlossenen Schul werk, wie es die Religionsschule der Adass-Jisroel bot? Immer schwerer wird es in absehbarer Zeit, dem Vater noch die Lasten eines bezahlten jüdischen Privatunterrichts für seine Kinder aufzubürden. Die Erfahrungen der letzten Zeit reden hier eine sehr deutliche Sprache. Die Kurse, die Männer in opferfroher Hingabe abhalten, können nur einem sehr kleinen Kreise dienen oder müssen, wenn sie eine grössere Zahl von Schülern umfassen, durch die Ungleichmässigkeit des Schülermaterials gerade die Befähigten vernachlässigen. Ein geordneter Klassenunterricht ist auch von Nöten. Die Religionsschule, die zugleich eine Ergänzung sein soll der jüdischen Realschule und höheren Lehranstalt müsste freilich im Aufbau und Lehrplan ein ganz anderes Gesicht annehmen, als sie es früher gehabt. Doch das ist letzten Endes Sache der Technik und bietet keine unüberwindliche Schwierigkeiten. Wichtiger noch ein anderes. Was soll aus all den Schülern werden, die nun einmal, weil sie die Wahl des künftigen Berufes dazu zwingt, die Gattung einer höheren Lehranstalt, die die einzig vorhandene konfessionelle Schule darstellt, zu meiden? Es ist schwerlich daran zu denken, dass die traditionell-gesetzestreuen Gemeinschaften, in denen immer nur eine Verhältnismässig kleine Zahl von Mitgliedern sich vereinen wird, ein 2