Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 13 (1926)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1926)
- Date
- 1926-03-01
- Page
- Seite 124 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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124 Konfessionelle Schule usw. bewahrt bleibt, die in den Simultansehulen, die in Wirklichkeit ja christliche oder Freidenkerschulen sind, selbst beim besten Willen der verantwortlichen Schulleitung ihm ununterbrochen, zugetragen werdeD, — von wie entscheidender Wichtigkeit, dass das Jüdische ein Hauptfach ist, dessen Unterrichtsstunden mit am günstigsten gelegt werden, in dem ein Zurückbleiben die Versetzung gefährdet, — das alles braucht hier nicht zum hundertsten Male weiter ausgeführt zu werden. Ob die Erfolge freilich dem von Hirseh und anderen gezeichneten Ideal entsprechen, wage ich zu bezweifeln. Zuerst: der Mangel an jüdischen traditionell-gesetzestreuen Lehrkräften wird sich noch lange bemerkbar machen. Da kommt es dann vor — wie erst jüngst in einem Falle — dass als Aufsatzthema die Behandlung eines Gedichtes gewählt wird, das in der Verherrlichung der Weihnachtsstimmung gipfelt: ״Friede auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen“. Doch das ist ein Fehler, dem allmählich abgeholfen werden kann. Obwohl man das Zeitmass — besonders, wenn die Schulgründungen sich häufen, — nicht unterschätzen soll. Die Hamburger Talmud- Tboraschule hat in der ersten Zeit Jahrzehnte darunter gelitten. Meine Generation dort erinnert sich vielleicht noch des Falles Sennewald. Sodann: das für gewisse jüdische Disziplinen sehr ungleichmässige Schülermaterial. Mischnah und Talmud gehen nun einmal nicht in alle Köpfe, zumal ein grosser Teil unserer Jugend von der alten Generation, die des Lernens entwöhnt war, jenes Manko an Befähigung geerbt hat. Aber auch das lässt sich durch Einrichtung von Parallel־Cöten, wenn auch schwer und nur unter besonderen Kosten beheben. Am schlimmsten aber die staatlich beschränkte Stundenzahl, in der nun einmal die Ziele, die wir uns stecken müssen, nicht erreicht werden können. Wie es in anderen Städten war und ist, das weiss ich nicht. Ich glaube, es ist jetzt überall aussichtslos, bei den Behörden vorstellig zu werden. Von dem Martyrium, das Stern und Goldschmidt in Hamburg litten, wenn