Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 13 (1926)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1926)
- Date
- 1926-03-01
- Page
- Seite 123 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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Konfessionelle Schule usw. 123 zweifellosen Mängeln, die ein stets wechselndes Lehrerpersonal in sich birgt, wollte man durch Anstellung älterer für die Dauer in Berlin weilender Lehrkräfte abhelfen. Aber die Erfahrung des Alters bringt nicht die lebendigen Kräfte auf, die in der stürmenden Jugend sich aus wirken und ob auch diese oft Irrwege geht. Sodann der starke Zustrom aus den Kreisen, die der Adass fern standen, blieb aus. Unsere Schule hatte eben Schule gemacht und überall erhoben sich Religionsschulen, die besonders wegen der oft meilenweiten Entfernungen in Berlin von den Eltern bevorzugt wurden. Obwohl diese Verringerung der Schülerzahl mehr Folge als Ursache war. Am verhängnisvollsten, dass Meier Hildesheimer, weil er vor umfassendere Aufgaben gestellt war, das Direktorat niederlegte, er, der dem Ganzen den Elan verliehen, der ihn bei all seiner organisatorischen Betätigung auszeichnet. Zuletzt aber, dass sich Kräfte innerhalb der Gemeinde Adass-Jisroel selbst geltend machten, die für einen Abbau der Religionsschule sich einsetzten, nachdem die konfessionellen Schulen (es sind jetzt vier: zwei Mittelschulen und zwei höhere Lehranstalten) sich so günstig entwickelt hätten, dass sie die Religionsschule entbehrlich machten. Und nun ein Wort über diese konfessionelle, die jüdische Realschule und höhere Lehranstalt. Ueber die Notwendigkeit und ihre Vorzüge lässt sich wirklich nichts Neues sagen, nachdem S. R. Hirsch in unzähligen Reden, Aufsätzen und Schriften sein ganzes Leben hindurch sie befürwortet und in irgendwie nur denkbarer Vollkommenheit verwirklicht hat. Wie bedeutsam es ist, — wir sehen hier von den Qualen, die der heutzutage überall an den höheren Schulen grassierende Antisemitismus der Kinderseele bereitet, völlig ab — dass das jüdische Kind auch in der Schule Jude sein darf, seine Sabbathe und Festtage, seine Erinnerungstage feiern kann, wie ihm ums Herz ist, sich in Feierstimmung fühlt, wenn es nach jüdischer Satzung und jüdischem Brauch feiern soll; wie bedeutsam, dass auchdie profanen Fächer immer sub specie jüdischer Auffassung unterrichtet werden können, dass der Schüler möglichst lange vor den nichtjüdischen oder destruktiven Gedankengängen