Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 13 (1926)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1926)
- Date
- 1926-03-01
- Page
- Seite 122 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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122 Konfession eile Schule usw. der den ganzen Tag mit ganz geringen Pausen währte, in würdiger Ruhe sich vollzog, sich in manchem vielleicht zu seinem Vorteil von dem der Grossen unterschied. Zur Illustration der Uebernahme dieser Institution auch in anderen Gemeinden eine Anekdote. Dübowski, als Oberkantor in Tarnowitz an unsere Gemeinde berufen, sprach seine Verwunderung darüber aus, dass der Jugendgottesdienst hier doch offenbar von Tarnowitz übernommen sei, er wäre doch ganz dem dortigen nachgeahmt. Er wusste nicht dass der Rabbiner Xjöwenthal (jetzt Berlin) ihn von Berlin mitgebracht. Auch die jetzt überallhin getragene Bewegung der Wandervereine in thoratreuer Betätigung hat ihren Ursprung in unserer Religionsschule. Wem geht von denen, die dabei waren, nicht das Herz auf in der Erinnerung an die Wanderungen und die weit ausgedehnten Reisen der ״HADAR״, wo unter den Eindrücken aus dem Leben in der Natur und aus dem Vertrautwerden mit bedeutenden Städtebildern, ihren Museen und Aus- Stellungen die innere Geschlossenheit der religiösen Gemeinschaft Kräfte entband, die für das spätere Leben von nicht abzuschätzender Wirksamkeit waren. Eine Wanderung mit einer Sefer-Thora, damit קריאת התורה auch an Wochentagen nicht auszufallen brauchte, welche Lehrstunde kommt an Erfolgen für die religiöse Erziehung diesem Akte von symbolischer Bedeutsamkeit gleich. Man lese in Jeschurun 1914 (S. 175—180) den Aufsatz von Josef Carlebach ״In der Hermannshöhle״ (von einem Ausfluge von Religionsschülern der Adass-Jisroel-Gemeinde zu Berlin in den Harz״) und man wird erkennen, wie wertvolles religiöses Gut hier den Kindern vermittelt werden konnte. Wie bis ins Kleinste alle Gelegenheit zur Erfüllung von Mizwoth ausgenutzt, jede Möglichkeit eines Verstosses gegen irgend eine religionsgesetzliche Bestimmung ausgeschlossen wurde, das war ein Meisterstück. Unnötig zu bemerken, dass hinter allen diesen Veranstaltungen Meier Hildesheimer als Organisator stand. Die Schule hielt sich im letzten Jahrzehnt nicht auf ihrer Höhe. Verschiedene Ursachen haben da mitgewirkt. Zuerst, so paradox es klingt, eine beabsichtigte Verbesserung. Den