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Jeschurun · 1926-03-01 · Heft 3-4 (März 1926) · p. Seite 118

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
13 (1926)
Issue
Heft 3-4 (März 1926)
Date
1926-03-01
Page
Seite 118 (sequence 10)
Language
German
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118 Konfessionelle Schule usw. die einen, einem zweiten die anderen Abschnitte der Sidra aufgegeben waren. In einigen Jahrgängen wurde auch Chumesch mit Easchi gelernt. Meine Schülerinnen aus der Selekta, deren Töchter jetzt selbst schon erwachsen sind, werden sich — wenn sie diese Zeilen zu Gesicht bekommen sollten — der Referate erinnern, die sie zu unserer aller Freude ausgearbeitet. Da ist es denn kein Wunder, dass wir Schüler ausstellten, die von der Religionsschule aus, wenn sie zwei Jahre die Selekta besucht hatten — um diese Zeit pflegten sie auch ihr Abiturientenex amen an den höheren Lehranstalten abzulegen — für den Eintritt in das Rabbinerseminar reif waren, und Schülerinnen, die nur noch verhältnismässig geringer Weiterarbeit bedurften, um ihre Religionslehrerinnenprüfung zu absolvieren. Diese wurde als examen rigorosum vor einer Kommission abgelegt, die aus Rabbinern und Dozenten des Rabbinerseminars bestand. Die Kommission — übrigens noch jetzt in Funktion und aus allen Teilen Deutschlands von thoratreuen Kandidatinnen in Anspruch genommen — war insofern auch eine Institution, die mit unserer Religionsschule im Zusammenhang stand, als sie aus dem ״Verein jüdischer Religionslehrer Berlins“ hervorgegangeD. Als in der ״Wissenschaftlichen Vereinigung jüdischer Lehrer und Lehrerinnen Berlins“ die Linksradikalen die Oberhand hatten, entschlossen sich Mitglieder unseres Lehrerkollegiums zu einer Gegengründung, die von allen thoratreuen Lehrern Berlins begrüsst wurde. Es ist klar, dass diese Religionsschule eine Anziehungskraft üben mus3te, wie nur wenige. Zumal der Religionsunterrieht der Grossgemeinde vor einem Menschenalter einen kaum zu ermessenden Tiefstand erreichte. Man möchte fast meinen, dass die damals allgewaltige liberale Alleinherrschaft es darauf angelegt hätte, zu erproben, was sie der Judenheit Deutschlands bieten könnte. An der Stätte, an der ein Georg Runze, später einer der bedeutendsten Religionsphilosophen, den christlichen Religionsunterricht erteilte, gab den jüdischen ein früherer Handwerker, an einem anderen Gymnasium war der Kollege des nichtjüdischen Religionslebrers, eines hervorragenden Humanisten, ein Elementarlehrer der Vorschule, der in der jüdischen Reli-

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