Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 13 (1926)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1926)
- Date
- 1926-03-01
- Page
- Seite 114 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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114 Konfessionelle Schule usw. für ihre Fähigkeit als Jugendbildner zu wirken und an der Arbeit mit der Jugend immer wieder das Feuer der Begeisterung genährt, mit dem sie in ihrem Manneswirken ganze Geschlechter entzündet! Das galt vor allem für die zwei ersten Jahrzehnte ihres Bestehens, in denen die*Grundzüge für das System einer thoratreuen Religionsschule immer wieder von neuem gezogen werden mussten, in denen sich unsere Schule zur grössten Religionsschule Deutschlands, wir dürfen wohl sagen, der ganzen Welt entwickelte. Denn an dieser Stelle war ja eben alles ein Besonderes. Das Lehrerkollegium, das Schülermaterial und das Lehrziel. Das Lehrerkollegium: Sie alle waren zukünftige Rabbiner. Der Religionsunterricht stand damals bei weitem nicht im Mittelpunkt der rabbinischen Wirksamkeit. Man dachte damals nicht an Berufsausbildung, wenn man Lehrer an unserer Schule wurde. Es waren ״reine Toren/ die sich dazu drängten. Denn das Gehalt?-Oft wurde man auch zu dem Idealismns gepresst. N. Deutschländer ״der stellvertretende Direktor“, holte sich seine Leute, die er mit Feldherrnblick erspähte, mit einem Zureden, das schon an Gewalt grenzte. Mir liegen die Einladungsschriften zur öffentlichen Prüfung seit 1870 vor. Welch stolze Namen im Lehrerkollegium: Barth, Carlebach Horovicz-Frankfurt, Schiffer. Hoffmann, der dort schon sein chiffriertes System für die Schüler unverständlicher Zensurenangaben ausgebaut hatte, bevor er es an der Realschule in Frankfurt a. M. verwertete, um es mir dann schmunzelnd als Rektor des Rabbinerseminars zu verraten. Cahn-Fulda, dessen Tenachunterricht in seiner hinreissenden Wirksamkeit bei späteren Lehrergenerationen legendär geworden, trotz des in den damaligen Anfängen furchtbar undisziplinierten Schülermaterials. (Bei einer sehr drastischen Auseinandersetzung mit dem späteren Parnes der Gemeinde Adass-Jisroel hatte dieser als Schüler die manuelle Oberhand gewonnen.) Hirsch Hildesheimer, der manchmal beim Extemporalediktat die Korrektur der Artikel las, die bei den Ritualmordprozessen die Welt bewegten und nun in Gedanken blutrünstige