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Jeschurun · 1926-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1926) · p. Seite 99

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
13 (1926)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1926)
Date
1926-01-01
Page
Seite 99 (sequence 99)
Language
German
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Zwei Welten 99 Uebersetzung ist durch Bildung von 2 Sätzen u. a. diese Nebeneinanderstellung etwas gemildert) Dieser Satz steht nicht allzuweit entfernt von einem anderen Satz: Ich stelle mir Gott stets vor Augen, das ist eice allumfassende Bestimmung der Thora. Für die Stufenfolgen der Frommen, die vor Gott wandeln. Denn man pflegt nicht so zu sitzen, sich zu bewegen, sich zu beschäftigen vor einem grossen König, wie man es tut, wenn man allein in seinem Hause ist. Man wird sich vor ihm nicht so in ungenierten Beden gehen lassen, wie man’s mit seinen Hausgenossen und Verwandten tut ... . Wie erst, wenn man sich zu Gemüte führt, dass der gewaltige König bei einem weilt, der Heilige, gelobt sei Er, von dessen Herrlichkeit die ganze Welt erfüllt, von dem es heisst: Vermag sich einer in einem Versteck zu bergen, dass Ich ihn nicht sähe! Fülle ich nicht den Himmel und die Erde?! Sicher wird man dann erbeben vor Gott, dass dann die Ehrfurcht und die Demut ins Herz dringen und es überkommt einen die Scham1״). Nun stehen bekanntlich nicht alle Bestimmungen auch unseres Schulchan~Arucb, die es ja mit Einzelvorschriften zu tun haben, auf der Höhe dieser allgemein gehaltenen Mahnung. Sie brauchen es auch nicht, weil der, der in der Halacha lebt und webt, von dem Gedanken erfüllt ist, dass eben alles geweiht wird und geweiht werden soll durch den Gedanken eines Dienstes an Gott. Das, was den billigen Spott der Nichtjuden oder derer aus unserer Mitte, die dem Geiste des überlieferten Judentums entfremdet sind, erregt, ist für uns oft gerade der Anlass, die Erhabenheit unseres Religionsgesetzes zu empfinden. An die untergeordnetste Verrichtung des Körpers schliesst sich ein Segensspruch, der die Weisheit Gottes preist, die sich im Wunderbau des menschlichen Leibes kundtut. Aber ein anderes ist es, wenn jener von den Uebersetzern wiedergegebene Ausspruch ohne jedwede Erklärung in diese deutsche Ausgabe dem Wortlaut nach aufgenommen wird. J) Diese sehr anspruchlose üebertragung stammt von mir.

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