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Jeschurun · 1926-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1926) · p. Seite 81

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
13 (1926)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1926)
Date
1926-01-01
Page
Seite 81 (sequence 81)
Language
German
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Anmerkungen zu Max Brods usw. 81 klärung ist Fallstrick“ . . . Doch in Davids Herzen findet grade diese klare Bestimmheit nicht den Widerhall ehrlicher Zustimmung“ (S. 191). Man muss sich eben die Charakter-Entwicklung Reubenis vergegenwärtigen. Leben und Wesenskern Reubenis sind Erlösungsehnsucht, Machtgelüste (״Die anderen sollen bitten — und wir ihnen befehlen und gnädig sein“, so spricht er schon in kindlichen Jahren), übersteigertes Selbstbewusstsein, mystische Messiasphantastik, die sich schön des Knaben glühend bemächtigt. — Dies und noch anderes sind die primären Elemente seiner Charaktermischung. Sekundär, gleichsam nur Akzidens, ist sein Hang zur Dialektik, sein Geschick und seine Kunst, das, was er will, mit frommen Gründen zu drapieren, ein Meister der Selbstspiegelung, das ist sein zweites Wesen, seine bestechende Aussenseite. Doch sei es wie immer, das schöne Schattenspiel des edlen Betrügers Reubeni nimmt unsere Sinne gefangen, die dunklen Punkte in seinem Bilde schwinden immer mehr, und als Märtyrerheld steht er durch die Kunst des Dichters vor uns, ob er gleich moralisch-ethisch ab ovo ein Irregeleiteter ist. * .ע Interessant ist die Wendung, die ein anderer zeitgenössischer Dichter (Emil Bernhard Cohn in seinen feinsinnigen ״Legenden“, München 1925) jüngst derselben Mischnastelle zu geben versucht: Der ״böse Trieb“, mit dem man Gott lieben soll, wird auf einen eifervollen, strengasketischen Rabbi im Osten gedeutet (die Legende heisst: Die fremden Jahre), der einem armen jüdischen Mädchen in seiner Gemeinde das Singen verbietet und es ob seiner Weltlichkeit verflucht und so in den Tod treibt. Der Rabbi findet dann kerne Ruhe auf Erden, bis sein Sinn sich mildert und er durch menschenfreuDdliches Tun und bussfertige3 Leben gelernt hat, sich am Singen der Jugend, Knaben und Mädchen, zu erfreuen und er es liebt, dem Vogelgesang zu lauschen und ״sich von Herzen zu freuen an der Welt “ Hier sehen wir den ״bösen Trieb“ pervertiert ins Gute, 6

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