Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 13 (1926)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1926)
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 60 (sequence 60)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/2292929-2293042-2293044--08096-2301378- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
60 Rekonstruktion eines Responsums usw. Gestalt findet es sich in S. Z. Zwei andere Autoren haben darauf die in S.Z. fehlenden Teile abgeschrieben, auch Lücken ergänzt, aber die dort bereits enthaltenen Stücke entweder gar nicht oder nur gekürzt angeführt. Die eine dieser Bearbeitungen liegt in G. H. vor. Die zweite wurde sodann Ton anderer, wenig geschickter, Hand — in mangelhaftem Hebräisch — überarbeitet, mit Glossen versehen, und so ist der kurze präzise Stil des Originales verschlechtert worden. Das auf diese Weise entstandene Manuskript enthält die Sammlung von G. M. Infolge dessen können aus ihm dem Ursprungsgutachten Saadjas nur wenige Worte zugewiesen werden. Zu Unrecht hat daher Müller (in Oeuvr. a. a. O.) G.M. als gleichwertig mit G.H. verschmolzen. Noch wäre die Frage zu erörtern, warum der Wortlaut auch derjenigen Teile, die sich in allen drei Rezensionen vorfinden, oft, ja zumeist, beträchtliche Verschiedenheiten zeigen. Hierüber lässt sich zwar nur eine Vermutung aussprechen, sie hat aber viel Wahrscheinlichkeit für sich. Saadja hatte wohl auch dieses Gutachten, wie es bei ihnen öfters geschah, i n arabischer Sprache abgefasst,10 und jeder Ab- Schreiber hat es selbständig ins Hebräische übersetzt. Demnach würde also in dem nachfolgenden Texte nicht die Urschrift selbst, sondern nur deren Uebersetzung vorliegen. Aber nicht überaB wird sie den genauen Wortlaut Saadjas wiedergeben. Bei einer derartig weitgehenden Bearbeitung konnte es nicht ausbleiben, dass nicht nur das eine Ueberarbeitung darstellende G. M., sondern sogar die im allgemeinen als echt anzusprechenden S. Z. und G. H. den arabischen Urtext mitunter freier behandelten. Die Bearbeitung unseres Responsums ist nun in der Art erfolgt, dass in den Text nur diejenigen Partieen aus den drei 10) Als Beweis durfte u. a. die Verschiedenheit der Uebersetzung des oben erwähnten arabischen Satzes מא יתהיא usw. gelten. Während S. Z. sie mit כל מה שיזדמן לו wiedergibt, hat G.M. אשר יתן לו; hätte Saadja hebräisch geschrieben, so stünde sicher in beiden Rezensionen derselbe Ausdruck. Siehe Anm. 24, 3) u. 60.