Mannheim
Compact Memory

Jeschurun · 1926-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1926) · p. Seite 44

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
13 (1926)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1926)
Date
1926-01-01
Page
Seite 44 (sequence 44)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
98% known words query
IRI
…/2292929-2293042-2293044--08080-2301362
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

44 Maimonides und das Tadonsprinzip ein schweres Rätsel aufgegeben. Auch der Sohn des Maimonides; R. Abraham, berichtet: ״Mein Vater hat in seinem More hierbei, wie ich es von ihm als mündliche Ueberliefernng habe, auf eine wunderbare Uebereinstimrnung zwischen Tradition und äusserem Wortlaut hingewiesen; jedoch ist es mir nicht möglich, es schriftlich zu verbreiten, weil er es geheim haben wollte“. (Eppenstein ״Beiträge zur Pentateuchexegese Maimunis“ im ersten Maimonides-Bande der Gesellschaft z. F. d. W. d. J. S. 413). Maimonides fühlte sich verpflichtet in der Oeffentlichkeit über diese Frage aus Scheu vor Missverständnissen nur in Andeutungen zu sprechen und hat gerade dadurch die Auffassung, der er begegnen wollte, veranlasst, dass er hier die Tradition leugne. So sagt z. B. der More-Kommentator Schem-Tob in seiner Besprechung der Stelle : ״Ich weiss nicht, wohin unser Lehrer und Meister hier geraten ist, denn er hat uns (in seinen anderen Schriften) nichts derartiges gelehrt. Gott schaffe ihm und uns Sühne!״ Aus neuerer Zeit sei auf S. Munk hingewiesen, der in seinem guide des egares III 314 schreibt: ״Wir haben hier einen eklatanten Beweis, dass M. hier in dem vorliegenden Werk seiner persönlichen Ueberzeugung folgt, ohne sich durch rabbinische Entscheidungen beirren zu lassen.״ Auf einem ähnlichen Standpunkt steht I. Heinemann, der in einer Abhandlung ״Maimuni und die rabbinische Ueberlieferung״ (Jüdisches Wochenblatt 1925, Nr. 36 S. 499) sagt: ״Maimuni widerspricht der Ueberlieferung ganz offen.״ Ich will nun versuchen, in aller Kürze den bündigen Nachweis zu erbringen, dass diese Auffassung unserer Stelle eine irrige ist, und will die Frage zu beantworten suchen, wie in Wahrheit jene rätselhaften Sätze des More zu erklären sind. 2. Dass von einem Widerspruch des Maimonides gegen die Ueberlieferung keine Rede sein kann, ergibt sich erstens indirekt aus den klaren und unzweideutigen Sätzen, die er dem Gegenstand in seinen halachischen Werken widmet. In seiner Einleitung zur Mischna (Wilnaer Talmudaus-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.