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Jeschurun · 1926-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1926) · p. Seite 43

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
13 (1926)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1926)
Date
1926-01-01
Page
Seite 43 (sequence 43)
Language
German
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Maimonides und das Talionsprinzip 43 Maimonides und das Talionsprinzip. Yen Rabbiner Dr. S. Kaatz, Hindenburg O./S. Ein umstrittener Satz Rambams im More nebuchim III, 41 bildet das Thema, das hier behandelt werden soll. Ich zitiere die Stelle in ihrem Zusammenhang: ״Das (biblische) Prinzip der Strafe ist dies, dass der Täter erleiden soll, was er verübt hat. Hat er jemanden am Leibe geschädigt, so 8011 er selber an seinem Leibe Schaden erleiden. Hat er jemanden am Vermögen geschädigt, so soll er selber an seinem Vermögen Schaden erleiden. Doch darf der Eigentümer des Vermögens verzeihen und verzichten. Aber einem Mörder gegenüber gibt es wegen der Schwere seines Vergehens keinen Verzicht, nnd es darf von ihm kein Sühnegeld genommen werden, (wie es heisst): ״Dem Lande wird keine Sühne für das in ihm vergossene Blut ausser durch das Blut dessen, der es vergossen hat.“ (Num. 35, 38) Wenn daher der Ermordete noch eine kurze Zeit am Leben geblieben ist, sprechen konnte, bei klarem Verstände war nnd sagte: ״Lasset den Mörder frei, ich vergebe und verzeihe ihm“, 80 beachtet man das nicht, sondern es gilt ״Leben um Leben“, wobei der Grosse dem Kleinen, der Sklave dem Freien, der Weise dem Toren gleichzusetzen ist, denn es handelt sich um das grösste Verbrechen. Und wer jemandem ein Glied verletzt hat, dem wird ein Glied verletzt (wie es heisst): ״Wie er dem Nebenmenschen eine Verletzung beigebracht hat, so soll sie ihm beigebracht werden“ (Lev. 2 4,20). Nicht darf dein Geist daran Anstoss nehmen, dass wir doch in diesem Falle mit Geld strafen, denn meine Absicht ist ja hier, das Motiv aufzuzeigen, das den Schriftversen, aber nicht das Motiv, das den Worten des Talmuds zugrunde liegt. Bei alledem habe ich über das, was der Talmud darüber sagt, eine Ansicht, über die ieli jedoch mich nur mündlich äussern kann Für Verletzungen, die man rieht in gleicher Weise beibringen kann, ist Ersatz vorgesebrieben (wie es heisst) ״Nur seine Versäumnis soll er bezahlen und ihn heilen lassen.“ (Ex. 21,19). Die durch Sperrdruck hervorgehobenen Sätze mit ihrer Andeutung, dass die Bibel das Talionsprinzip enthalte, sowie mit ihrer Gegenüberstellung von Schrift und Ueberlieferung und der geheimnisvollen Bemerkung, dass der Gegenstand nur mündlich klargestellt werden könnte, haben Kommentatoren und Forschern

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