Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 13 (1926)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1926)
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 40 (sequence 40)
- Language
- German
- Belongs to
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40 Jüdische und nichtjüdische Exegeten Tendenz ins Gewicht; so bei der Stelle 7,14 (כי הנד, העלמה הרה), wo eine lange Auseinandersetzung über den Sohn der Jungfrau folgt. Bei der Stelle 11,1 (ויצא חטר מגזע ישי) bildet die Bezeichnung נצר den Ausgangspunkt für den Hinweis auf den Nazarener; und ebenso wird Cap. 53 die Rede über den leidenden Gottesknecht auf den Stifter der christlichen Religion bezogen. So kann der Kommentar trotz aller Vorzüge doch nur von einem urteilsfähigen, innerlich gefestigten Leser benutzt werden. Bernhard Duhm, Professor in Basel, der ebenfalls eine Reihe von Büchern kommentiert hat, und in Fachkreisen grosses Ansehen geniesst, gehört dem linken Flügel an. Er ist einer der verbissensten Gegner des Judentums. Das zeigt sich besonders in seinem Psalmenkommentar, der abgesehen von einem wilden Radikalismus — von einer Tradition bezüglich des Ursprungs der Psalmen kann nach ihm ״absolut keine Rede sein“ — die kaum mehr verhüllte Tendenz hat, alles Grosse und Erhabene in diesem Buche zu verkleinern und in den Staub zu ziehen. Nur einige Beispiele. Der Psalm 15, der nicht nur dem Talmud, sondern jedem objektiven Betrachter ein kleines Kompendium der Ethik, und einer erhabenen Ethik ist, stellt nach ihm einen ״Beichtspruch״ dar, der für den Mann aus dem Volke berechnet ist, woraus sich auch die ״Aermlichkeit der Anforderungen“ erklärt, die der Psalm an den ״Teilnehmern am Gottesdienst“ erhebt. Man kann sich danach ungefähr eine Vorstellung machen, wie er die einzelnen Forderungen des Psalms ״kommentiert“. In Psalm 2 ist ihm das ״ וגילו ברעדהjubelt mit Zittern“ eine ,,abenteuerliche Vorstellung“, mit der nichts anzufangen ist. Duhms Marburger Kollege Rudolf Otto, der in seinem Buche ״Das Heilige“ dieses Gefühl in meisterhafter Weise zu schildern verstanden hat, könnte ihn vielleicht über die Bedeutung dieses Ausdrucks ein wenig belehren. Aber so geht es, wenn ein unreligiöser Mensch das religiöseste Buch der Weltliteratur kommentieren will. Das Beste leistet er sich aber in Psalm 1 der ihm der Ausdruck der Frömmigkeit der Schriftgelehrten ist, wo er die Worte ובתורתו יהגה יומם ולילה wiedergibt: ״und der in seiner Thora murmelt Tag und Nacht“, und dazu bemerkt: הגה״ be-