Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 13 (1926)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1926)
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 37 (sequence 37)
- Language
- German
- Belongs to
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Jüdische und nichtjüdische Exegeten 87 nur, den einfachen Sinn der Schrift zu ergründen, er sucht keine geistvollen Auslegungen, und bemüht sich auch nicht, die Ergebnisse moderner Wissenschaft in die Schrift hineinzuinterpretieren. Drei Prinzipien sind es, auf die seine Auslegung sich gründet: 1. Es gibt bei den Propheten keine unnötige Wiederholung, weder eines Gedankens, noch eines Ausspruches, noch eines Bildes, ja auch nicht einmal eines Wortes; alles hat seine Bedeutung. 2. Kein Wort und kein Ausdruck ist zufällig gewählt; jedes Haupt- und jedes Zeitwort ist an seiner Stelle notwendig und nicht durch ein anderes zu ersetzen, alles ist mit höchster Weisheit durchdacht und zum Ausdruck gebracht. 3. Bei den Aussprüchen der Propheten ist keine Schale ohne Kern, kein Körper ohne Seele, kein Wort ohne einen erhabenen Gedanken. Bei oberflächlicher Betrachtung scheinen manche Sätze diesen Prinzipien zu widersprecehn; er zeigt aber, wie bei tieferem Eingehen auf das Prophetenwort seine Vorausetzungen sich bestätigen. Als Vorarbeit für seinen Kommentar hat er eine Untersuchung angestellt über die Definition der Haupt- und Zeit- Wörter, über die wechselnde Bedeutung der Wurzeln je nach d6r Beziehung und nach der Verbindung sowie nach ihrer Stellung im Satz, über die Bedeutung der Zeitwörter in den verschiedenen Konjugationen, über die Bedeutung der Synonyme, über die Anthropomorphismen. Bei den scheinbaren Wiederholungen macht er genaue Untersuchungen über die einzelnen Glieder, über ihre Beziehung, ihre Stellung und Aneinanderreihung. Der Kommentar selbst gliedert sich in באור המלות und באור הענץ (Wort- und Sacherklärung). In dem באור הענין werden die allgemeinen Gedanken klargelegt, die scheinbaren Wiederholungen und ihre Bedeutung untersucht. In dem באור המלות werden in erster Linie die Synonyme erörtert, aber nur die in dem betreffenden Verse erwähnten; und es werden auch nur die Unterschiede aufgezeigt, die zur Klarlegung der betreffenden Stelle notwendig sind. Malbim bringt für die einzelnen Behauptungen nur wenige Beispiele; er betont aber im Vorwort, dass er überall ausser den angeführten noch eine Fülle weiterer Beispiele habe. — Malbim stellt auch häufig allgemeine Betrachtungen über die historischen