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Jeschurun · 1926-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1926) · p. Seite 36

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
13 (1926)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1926)
Date
1926-01-01
Page
Seite 36 (sequence 36)
Language
German
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86 Jüdische ־and nichtjüd;sche Exegeten Sinn trotzdem gekannt und haben ihn auch durchaus nicht ausschliessen wollen. Ihn Esra ist auch durchaus kein Feind des דרש, er schätzt im Gegenteil auch die agadischen Erklärungen der Weisen sehr hoch, wie sich dies besonders in den einlei־ tenden Worten zum Kommentar des Buches Echa kundgibt. — In seinem Kommentar gibt er oft allgemeine Regeln für die Auffassung der heiligen Schrift und für den Sprachgebrauch des Hebräischen. So macht er auch darauf aufmerksam, dass die Propheten oft denselben Gedanken in verschiedenen Wendungen variieren. Ein Wort, das sich in der Schrift nur an einer Stelle findet aber im Arabischen vorkommt erklärt, er in Analogie mit dieser Sprache. Die Kenntnis des Arabischen kommt ihm überhaupt bei seinen sprachlichen Untersuchungen sehr zu statten. Ueber Erklärungen, die ihm haltlos erscheinen, urteilt er oft in schonungsloser Weise und lässt ihren Urheber seinen scharfen Spott fühlen. Schlagfertigkeit, Geist und Witz zeichnet überhaupt seinen Stil aus. Allerdings sind seine Bemerkungen auch manchmal von epigrammatischer Kürze, so dass sie dem Leser geradezu Rätsel aufgeben. Seine Kommentare erstrecken sich auf alle Teile der heiligen Schrift. Wir wollen nur noch einen der neuesten Kommentatoren behandeln, der ebenfalls das ganze תנ״ך bearbeitet hat: R. Meir Leibusch Malbim. Er lebte um di8 Mitte des vorigen Jahrhunderts und war zuerst Rabbiner in Wreschen, dann längere Zeit in Kempen. Wir werden uns hier auf die Behandlung seines Kommentars zu den Propheten beschränken. Der Kommentar zur Thora würde eine besondere Betrachtung erfordern, und es sind hier namentlich die Ausführungen zum 3. Buch und zum Midrasch חורת כהנים, denen eine hervoragende Bedeutung zuerkanntwird1). Für den Kommentar zu den Propheten legt er selb3t die Prinzipien in dem Vorwort zu Jesaia dar. Sein Streben ist *) Mit welcher Genialität und mit ,welch feinem Sprachgefühl er hier die דרשות unserer Weisen mit den Gesetzen der hebräischen Sprache in Einklang bringt, habe ich in einer Abhandlung ״lieber den Zusammenhang zwischen schriftlicher mündlicher Lehre“ Jeschurua VI, 459—467 gezeigt.

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