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Jeschurun · 1926-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1926) · p. Seite 34

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
13 (1926)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1926)
Date
1926-01-01
Page
Seite 34 (sequence 34)
Language
German
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34 Jüdische und nichtjüdische Exegeten übertragenem Sinne aufgefasst werden können; so z. B. wenn er im Gegensatz zur Halacha die Vorschrift der Tephillin zu einem bildlichen Ausdruck für die durch die Tephillin eben zu bewirkende Erinnerung und Beherzigung der Wundertaten und Gebote Gottes verflüchtigt. Zu bemerken ist auch, dass er sich oft bemüht, ganze Stücke in ihrem Zusammenhang zu erklären. Es entspricht seiner ganzen Tendenz, wenn er keinerlei Geheimlehre im Hintergründe des Gotteswortes annimmt. Als einen Nebenzweck der Schrifterklärung betrachtet er die Verteidigung des Judentums, und im Hinblick auf die damals häufigen Religionsgespräche und die damit verbundenen Angriffe des Christentums gegen das Judentum gibt er in seinen Erklärungen häufig Winke, wie solchen Angriffen wirksam zu entgegnen sei. — Was seine sprachwissenschaftliche Methode betrifft, so ist zu bemerken, dass er häufig das Aramäische für die Erläuterung des Hebräischen heranzieht, dabei allerdings betont, dass gleichlautenden hebräischen und aramäischen Stämmen nicht ohne weiteres eine gleiche Bedeutung beizumessen sei. Er macht auch eine Reihe bemerkenswerter sprachwissenschaftlicher Beobachtungen; so wenn er die chiastische Beziehung der Teile aufeinander und den Parallelismus der Glieder als Erscheinungsformen der biblischen Sprache hervorhebt. Seine Ausdrucksweise ist einfach, sachgemäss, möglichst klar, ohne jeden entbehrlichen Schmuck. Raschbam hat neben seiner Muttersprache dem Altfranzösischen, auch das Lateinische gekannt. Ausser dem Pentateuch hat er auch den grössten Teil von נביאים und כתובים erklärt, es sind aber von diesen Erklärungen nur Bruchstücke bei anderen Autoren überliefert. Wir wenden uns nunmehr dem bedeutendsten Vertreter der Exegese in dem spanisch-arabischen Kulturkreise zu, Abraham ibn Esra. Um 1100 zu Toledo geboren, ist er etwa 75 Jahre alt geworden. In der jüdisch-spanischen Kultur sehen wir schon vor Ibn Esra jenes Gleichgewicht zwischen religiöser und weitlicher Bildung, das auf beiden Gebieten bedeutende Leistungen ermöglichte. Das eingehende und systematische Talmudstudium, das durch Männer von überragender Autorität repräsentiert wird,

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