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Jeschurun · 1926-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1926) · p. Seite 33

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
13 (1926)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1926)
Date
1926-01-01
Page
Seite 33 (sequence 33)
Language
German
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Jüdische und nichtjüdische Exegeten 38 zurückweist, tut er es in milder und vornehmer Form. - Raschi kannte keine fremden Sprachen, nur Französisch und etwas Deutsch, auch wenig Geographie und keine Mathematik; denn der Stand der Wissenschaften war damals in Frankreich überhaupt ein sehr niedriger. Um so bedeutenswerter ist es, was er mit seinen Mitteln aus dem Geist der Schrift heraus geleistet hat, wie er, mit feinem Sprachgefühl begabt, auch die schwierigsten Stellen meistert. Wegen seiner einzigartigen Erläuterungskunst hat man ihn mit einem witzigen Wortspiel den Ehrennamen ״Parschandata“ (פרשנדתא Gesetzeserklärer) gegeben. Der Kommentar Raschis eistreckt sich über das ganze תנ״ך mit Ausnahme von;עזרא ,נחמיר und דברי הימים, sowie dem letzten Teil des Buches Job. Noch mehr als bei Raschi ist das Ziel die Klarstellung des einfachen Wortsinnes bei seinem Enkel R. Samuel ben Meir (רשב״ם), der zwischen 10S0 und 1085 geboren wurde1). R. Samuel ben Meir wollte durch seinen neuen Kommentar nicht etwa den von Raschi verdrängen, er wünscht im Gegenteil, dass man ihn gleichzeitig mit dem seinigen benutze, wie er auch oft Erklärungen von Raschi wiedergibt. Er selbst betrachtet es als seine Aufgabe, das wahrhaft einfache zu suchen, sich hierbei nicht mit der Oberflächlichkeit des ersten Eindruckes zu begnügen, sondern in eingehender Prüfung bis zur Wurzel der Sache und des Wortes vorzudringen und so die wirkliche Tiefe des Schriftsinnes zu erschlossen. Er hält an diesem Streben fest, auch wo halachische und agadische Deutungen ihm dabei entgegentreten. Er betont wiederholt, dass die überlieferten Schriftdeutungen an sich begründet und wahr sind; sie gingen aber nicht aus dem einfachen Sinn der Worte hervor, fänden vielmehr ihre Stütze in entbehrlichen Worten und auffallenden Wendungen oder auch in den überlieferten Deutungsregeln. Allerdings geht hierin Raschbam auch manchmal allzuweit, indem er eine buchstäbliche Bedeutung von Stellen annimmt, die nur in 1l S. über ihn besonders Rosin, R. Samuel ben Meir als Schrifterklärer. (Jaliresb. d. Breslauer Seminars i880.) 3

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