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Jeschurun · 1926-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1926) · p. Seite 30

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
13 (1926)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1926)
Date
1926-01-01
Page
Seite 30 (sequence 30)
Language
German
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80 Jüdische und nichtjüdische Exegeten erfordert und die nur durch die Vermittlung guter Kommentare möglich ist. Aber welche Kommentare soll der Lehrer benutzen? Wenn wir die Reihe der Kommentare überblicken, so können wir ganz allgemein zwischen den alten und den modernen Erklärungen unterscheiden. Die älteren sind meist von jüdischen Autoren, die modernen grösstenteils von evangelischen Theologen verfasst. In neuerer Zeit ist von jüdischer Seite auf exegetischem Gebiet leider nicht viel geleistet worden, vor allem nicht viel, was strengen wissenschaftlichen Anforderungen — im gutem. Sinne ™ genügt. Nun sind die modernen Kommentare in deutscher Sprache geschrieben, und diese äussere Tatsache allein ist schon ein gewichtiger Grund, weshalb man zu oft nach ihnen greift. Denn es ist natürlich viel leichter sich mit ihrer Hilfe in den. Text hineinzuarbeiten. Freilich liegt darin auch eine grosse Gefahr. Denn sie betrachten das Propheten wort aus einer dem jüdischen Geiste fremden Atmosphäre heraus, und sie leiten dadurch den Leser, ohne dass er es merkt, in Bahnen, die ihn von dem wahren, tieferen Verständnis abführen. Das Streben muss natürlich dahin gehen, dass jüdische Lehrer auch hebräisch geschriebene Kommentare lesen können. Und wenn auch die Modernen mehr die wissenschaftlichen Methoden — oft übrigens in überspannter Weise — zur Anwendung bringen, so enthalten doch unsere jüdischen Erklärer so viel Wichtiges für das Verständnis unserer heiligen Bücher, ganz abgesehen davon, dass sie die Bahnbrecher auf diesem Gebiete waren, dass wir sie gewiss nicht gering achten dürfen. Sagt doch Renan, dass die Aufgabe des jüdischen Volkes in der Zerstreuung einzig und allein in der Erhaltung und Weiterüberlieferung der biblischen Schriften bestanden habe. Und wenn diese Behauptung auch einseitig ist, so enthält sie doch eine Wahrheit; denn die Beschäftigung mit der Bibel im weitesten Sinne hat zu allen Zeiten den Angelpunkt aller geistigen Bestrebungen im Judentum gebildet. Und diese Tatsache allein bürgt dafür, dass hier, innerhalb des Judentums, auch das tiefste Verständnis für die heiligen Bücher zu finden ist. Wir wollen nun versuchen einige der wichtigsten Kommen-

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