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Jeschurun · 1926-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1926) · p. Seite 25

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
13 (1926)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1926)
Date
1926-01-01
Page
Seite 25 (sequence 25)
Language
German
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Eine messianische Bewegung usw. 25 digt, weht ein ganz anderer Ton und eine ganz andere Sprache. Wenige Jahre später ist Roms Herrlichkeit dahin, seine Kaiser sind ein Spielball in den Händen der Legionen, •die Armut und die zerrütteten Finanzen des Reiches werden auch den einfachsten Galiläern offenkundig. Da besteigt R. Jose b. Chanina die Kanzel und predigt über Sech. 9, 7. Ich will entfernen sein Blut von seinem Munde, seinen Abscheu von seinen Zähnen, und er wird Eurem Gotte angehören! Das Blut und sein Greuel sind die Hallen des Götzendienstes, die Tempel, wrelche entfernt werden, aber die Synagogen und Lehrhäuser im Römerreiche werden für immer bestehen. Und wie ein Prinz in Judäa und Ekron, wie ein Jebusite, das sind die Theater und Zirkus in Edom, wo die Fürsten Judahs öffentlich die Torah lehren werden! (B. Meg. 6 a). Wie konnte zur Zeit von Roms Macht selbst der weltfremde Träumer eine solche Rede halten, ohne Widerspruch zu finden oder unbarmherzig kritisiert zu werden? Ferner, wie reimt sich dieses Bild mit der Beschreibung von Roms Macht und Grösse zusammen? Zweifellos liegen mehrere Jahre zwischen den ersten zwei Predigten und der dritten Homilie. Die Zwischenzeit liefert den besten Ausgleich für die in ihnen enthaltenen Gegensätze. Der erwartete Umsturz im gewaltigen Reiche, fiie drohende Gefahr der zum Selbstbewusstsein erwachten Nationalitäten, die frische Kraft des erneuten Perserreiches, sind schwerwiegende historische Tatsachen, die auch den stark beteiligten Juden in Tiberias nicht unbekannt geblieben waren. Die durch Kriege, Anarchie und Misswirtschaft verarmten Völker, die durch Revolution und Mangel an Führern geschwächten Reiche sind ein Zeichen für R. Jose b. Chanina, dass die Krise ihrem Höhepunkte naht und Israels Tag sich nähert. Von Israel heisst os in einer vierten Homilie, wie Weizen das Wasser absorbiert, so Israel die Völker, (cf. Deut. 7,10. Jes. 61, 6. Cant. r. 8, 3.) Schliesslich sei noch darauf hingewiesen, dass R. Jose in Deut. 33, 2. die allgemeine Verarmung der Völker angedeutet und vorausgesagt findet (pal. B. K. 4, 4). Diese Homilien zeigen uns den Umschwung und die Sinnesänderung tn der Stellung R. Joses zu der messianischen Partei

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