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Jeschurun · 1926-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1926) · p. Seite 24

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
13 (1926)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1926)
Date
1926-01-01
Page
Seite 24 (sequence 24)
Language
German
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24 Eine messianische Bewegung nsw. klärung bedarf. Die anonyme Agada entspricht dem Satze des R. Levi im Babli (6. Ket. III a, 8. החרוץ I, 33). Jedenfalls entnehmen wir diesem Satze, dass R. Jose bar Chanina mit den Bestrebungen derer, die das Joch der Völker gewaltsam oder nicht gewaltsam von sich schütteln wollten, nicht übereinstimmen konnte. Im Gegenteil, er verurteilte sie aufs schärfste und sah in dieser Bewegung eine Uebertretung des göttlichen Schwures. Wir dürfen hier wohl noch eine zweite Homilie desselben Lehrers anführen, die sich mit der Erklärung von Roms Stellung als Weltmacht und seine Regierungserfolge beschäftigt. Er sah in Eccl. 5, 7 Roms Glück angedeutet. Zum Texte אם עשק ח* וגזל משפט וצדק תראה במדינה אל תתמה על החפץ כי גבה מעל גבה שומר וגבהים עליהם. Wenn du siehst Esau in seiner Weltstadt Rom die Armen und die Dürftigen pressen und berauben, und trotzdem überhäuft ihn Gott mit Gut und Macht, so sollst du darin Recht und Gerechtigkeit erkennen und dich gar nicht wundern, denn Gott erfüllt damit den Segen Isaaks. Der Höhe, das ist der Beamtenstab der d u c e s, der uirap^ot und der GzpaTrjjazei^ aber höher als alle diese ist Gott! (Eccl. r. zu 5, 7). Diese Predigt reflektiert noch Roms Grossmachtstellung. Die Autorität seiner Kaiser war noch nicht untergegangen. Sie erfreute sich noch immer des alten Einflusses, wenigstens bei der oberflächlichen Menge oder den weit entfernten Provinzialen. Die Juden glaubten noch immer an die Stärke und Herrlichkeit Roms. Angesichts der Uugerechtigkeit der römischen Beamtenschaft und des Raubs der höheren und gemeinen Soldaten, fragten die gequälten, vogelfreien Juden: Wie kann diese Ungerechtigkeit und Gottes Gerechtigkeit in Einklang gebracht werden? Wie kann diese Bosheit über Israel triumphieren? Rom geniesst das Verdienst Esaus, aber der Höchste wird ihn in’s Gericht bringen. Ob der fromme Rabbi auch wirklich geahnt, wie bald dieses Gericht über Rom eintreffen sollte? Haben seine Augen noch den Sturz, oder den Anfang des grossen Auflösungsprozesses, den das römische Reich in seiner Zeit angetreten hat, mit angesehen? Wie es scheint, ja. Denn in einer dritten ihm zugeschriebenen Pre-

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