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Jeschurun · 1926-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1926) · p. Seite 19

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
13 (1926)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1926)
Date
1926-01-01
Page
Seite 19 (sequence 19)
Language
German
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Eine messianische Bewegung usw. 19 haben nicht richtig gehandelt, alle Jahre irrten wir wie Schafe, d. h. ohne Führer. Das war ein Irrtum. Aber nicht nur diese Frommen werden bekehrt, sondern auch das indifferente und feindlichgesinnte Volk wird durch sichtbare Zeichen eines Besseren belehrt. Die Ueberzeugung driugt sich durch, dass diese Träumer recht hatten, der Wirklichkeit näher waren als die weit־ klugen Realisten. Letztere bekennen reuevoll: ״Wir haben ein unerhörtes Verbrechen begangen, dass wir diese Leute verspottet haben. Eine ewige Schande, dass wir sie verlachten“. Es kann kein Schatten eines Zweifels aufsteigen über die Wirklichkeit, die Realität dieser höchst lebhaften Schilderung der Zustände, die zur Zeit des wahrscheinlich zu der Partei der Trauernden der אבלי ציון gehörenden Predigers, obwalteten. Die einzelnen Züge und Striche sind dem Leben entnommen. Wir haben den Seelenzustand der Trauernden, den Standpunkt der Gegner, vor und nach dem Umschwung, klar vor Augen.. Die ipsissima verba der reumütigen Frommen werden zitiert mit einer Treue, die nichts zu wünschen übrig lässt. Eine bedeutungsvolle Geste, das Hinlegen der Tefillin auf die Erde, scheint auffallend und bedürfte der Erklärung. Jedoch, wie lebhaft auch die Homilie die Zeitverhältnisse widerspiegelt, so wenig Hilfe bietet sie Zeit und Heimat dieser Bewegung festzu־ stellen. Messianische Bewegungen füllen die Geschichte Israels in den letzten neunzehn Jahrhunderten, ohne Unterbrechung. Die Geschichte der Zeitberechnung des messianischen Zeitalters wartet noch auf ihren Bearbeiter, wozu bereits L. Zunz den Grundstein gelegt hat. Jede dieser Bewegungen hatte ihre An־ hänger und Gegner. Glücklicherweise hat die Homilie selbst den Namen wenigstens eines der Frommen des Zeitalters aufbewahrt, der zuerst die Bewegung befehdete, später aber, zu seinem Ruhme, seinen Fehler bereute und bekannte. Seinem Beispiele dürften gar viele der geistigen Führer des Volkes Folge geleistet haben. Abschreiber oder Drucker gönnten uns aber nicht das volle Glück, oder hielten es für unbedeutend, uns mit dem ganzen Namen dieses Mannes bekannt zu machen. Durch eine tückische Bosheit lesen wir nur: אמר רבי בר חנינא.

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