Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 13 (1926)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1926)
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 18 (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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18 Eine messianische Bewegung usw. Ereignisse seiner eigenen Zeit sieht. Jeden Morgen (לבקרים) deutet er auf die heissen Gebete hin, die die Trauernden um Erlösung und Erbarmen zu den Himmelspforten emporsenden. Unser Heil zur Zeit des Unheils sind die Er- Wartungen und Hoffnungen auf Erlösung, die von den Abele Zion, Abends, Morgens und Mittags, zum Ausdruck gebracht werden. Der nächste Satz liest in den Editionen והיתד, צרה גדולה מישראל שממין אותן ומלעיגין עליהן. Der Herausgeber unserer Pesikta rabbati, Maier Friedmann, dachte, dass die Lesart nicht מישראל lauten könne, und verbesserte לישראל. Danach soll es heissen: Israel lebte in grosser Bedrückung, man verachtete und verlachte sie. Als wären nicht nur die Abele Zion, sondern ganz Israel bedrückt, verachtet und verlacht. Diese Emendation ist weder notwendig, noch auch gerechtfertigt. Die ganze Homilie ist ein Beweis für die Lesart מישראל. Die Bedrückung kam in diesem Falle nicht von Aussen, sondern von Innen, sie stammte von den eigenen Volksgenossen, und nicht von den Völkern, sie berührte nicht das ganze Volk, sondern nur die Abele Zion. Was die Textesänderung betrifft, so muss hier die Regel befolgt werden, dass die schwierigere Lesart nicht die wertlose ist. Man muss nur den Schlüssel, der die Erklärung bringt, suchen. Die Abele Zion waren nicht beliebt, weder beim Volke, noch bei den geistigen oder politischen Führern der Massen. Im Gegenteil sie wurden befehdet, verfolgt, als gefährliche Träumer und Idealisten verlacht und verspottet. Da bricht eine Hungersnot aus im Lande. Not und Elend zwingt die Gegner ihre Stellungsnähme zu den Abele Zion zu prüfen und auch zu ändern. Die Trauernden Zions werden jetzt mit anderen Augen betrachtet. Die Notlage des Landes und des Volkes bringt eine Gesinnungsänderung zu stände. Volk und Führer sehen in diesem Ereignis die Ankunft der messianischen Zeit. Hunger bricht das Herz Israels. Wir erfahren nun auch, wer die Antipoden der Zionsträumer waren. Die צדיקי הדור, die Frommen des Zeitalters werden den אבילי ציון gegenübergestellt. Die Zadike ha dor entfernen ihre Tefillin, legen sie auf die Erde, bekennen ihre Fehler und sagen: לא עשינו יפה כל השנים כצאן תעינו. Wir