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Jeschurun · 1926-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1926) · p. Seite 4

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
13 (1926)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1926)
Date
1926-01-01
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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4 Die neue Bibelübersetzung Schreiten zu einem Weg seines jüdischen Lebens geworden. Aber auch hier wandelt er beharrlich und unaufhaltsam nur einen Weg. Und es gibt doch der Wege viele, alle aus einem Punkte entspringend, alle zu einem Punkte führend. Nur ihre Gesamtheit durchmessend, vermag man unsere Pfade abzuwägen, dass man den Weg des Lebens nicht fehle. Wer nicht zugleich in der Halacha lebt und webt, kann nicht den Geist der Hagada fassen, noch weniger dem Wort der biblischen Gesetze in seine allumfassende Tiefe dringen. Und Rosenzweig, dem der Genius Hermann Cohens die Stirne geküsst? Auch hier nicht Geist von unserem Geiste. Es ist wahrlich nicht eine Aeusserlichkeit-, wenn wir darauf hin weisen, dass wohl aus keiner jüdischen Feder Wellhausen Worte solch innigen Gedenkens gewidmet wurden, wie wir sie in den ״Gesammelten Schriften“ Hermann Cohens lesen. Hier ist eine Verbundenheit, die trotz der von Cohen angegebenen Schranken in die Tiefen der Bibelerfassung reicht. Auch einer Bibelübersetzung von Coben wäre ich mit Misstrauen begegnet. So erscheint uns auch bei Rosenzweig die Gefahr einer nicht völlig zureichenden Deutung gegeben. Ein anderes aber, wenn es sich um eine Bibelübersetzung zu den Zwecken und mit den Zielen handelt, die wir oben angedeutet. Dann erscheinen die beiden berufen, ob ihrer Ergriffenheit vom Heiligen, das aus der Urzeit zu uns emporsteigt, vor allem aber als Beherrscher der Form, der Kunst schöpferischer Sprachbildung. Gegen die letzte deutsche Bibelübersetzung, die wir von einem Juden erhalten, habe ich mich vor etwa einem Menschenalter in dem Sinne ausgelassen, dass hier nicht nur die nüchterne Verständlichkeit herrschen darf, dass das Gemüt vor allem zu seinem Rechte komme. Nicht nur den Gedanken der biblischen Autoren soll sie wiedergeben, auch das Gefühl soll in den deutschen Worten mitvibrieren. Was die Propheten an religiösen Wahrheiten übermitteln, hat zumeist das Gleiche zum Inhalt, die alte in der Thora niedergelegte Lehre Mosches. Was sie unterscheidet und jedem Einzelnen sein Gepräge gibt, das ist die Form, in der er die Wahrheiten übermittelt. Wirken

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