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Jeschurun · 1925-11-01 · Heft 11-12 (November 1925) · p. Seite 514

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
12 (1925)
Issue
Heft 11-12 (November 1925)
Date
1925-11-01
Page
Seite 514 (sequence 88)
Language
German
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614 B ü cherb e3p rech un gen die gleiche Unverbrüchlichkeit werden, wie dem Gesetz.״ Diese beiden Beispiele sagen genug. Es tat uns weh, Rosenzweig za sagen, dass er mit diesen Ausführungen eine unbegreifliche Entgleisung begeht, dass er offenbar nicht weiss, dass das ממצא הסצך ודבר דבר in allen Kreisen, die wirklich ״orthodox* sind, um jenes uns so unsympathische Wort zu gebrauchen, aufs aasserste verpönt ist, ja als die Uebertretung eines biblischen Wortes angesehen wird. (Ich selbst habe es erlebt, wie ein ״Orthodoxer״ seine ganze Existenz aufs Spiel gesetzt hat, weil er eine blosse geschäftliche Mitteilung nicht in Empfang nehmen wollte.) Und dass es andrerseits so recht das Kennzeichen eines dem Wesen der jüdischen Lehre und des jüdischen Wissens Unkundigen ist zwischen דץ und מנהג nicht zu unterscheiden. Von dem Beispiel ganz zu schweigen. Vor allem aber ist es ja eine alte Forderung des thoratreüen Judentums: בבל דרכיך דעתו, dass wir in allem, was wir nur tan, G’tt zu dienen haben, dass es letzten Endes überhaupt keinerlei profane Betätigung gibt. Dass nach dieser Forderung im thoratreuen Judentum zumeist nicht gehandelt wird, ist leider wahr. Und in diesem Sinne mögen Rosenzweig’s Ausführungen als Mussar willkommen sein. Die besprochenen Schriften, unter denen freilich das Buch von Müller, das die Feste ein wenig leer und flach darstellt und nicht dea rechten Blick gewährt in die Glut der Empfindung, in die sie in einem echt jüdischen Hause getaucht sind, uns weniger gefällt, geben ein treffendes Bild von der Mannigfaltigkeit des von dem Philo-Verlag Gebotenen. Vom tboratreuen Standpunkt, wie ihn diese Blätter einnehmen, muss es ihm als Verdienst angerechnet werden, dass, so weit wir sehen, uns nirgends eine Verletzung unserer Gefühle begegnet. Um so bereitwilliger sollten wir die bedeutsame Arbeit des Centralvereins anerkennen und unterstützen. Wir wissen wohl, dass mancher über die Kinderhände lächelt, die mit den Mitteln solcher Abwehr einen Damm aufrichten wollen, gegen die reissende Strömung der antisemitischen Flut. Und dennoch ist der Katzen, der dadurch geschaffen wird, dass das Schlimmste verhütet wird, nicht zu unterschätzen. Die antisemitische Durchsenchung ist nicht spontan im Volke entstanden, sondern znm grössten Teil durch literarische Einwirkung hervorgerufen. Sie schafft erst, wenn immer wiederholt, den Boden für das Emporwachsen jener unmenschlichen Triebe. Durch die Impfung mit dem Gegengift kann mancher geheilt werden. Dazu ist es aber erforderlich, dass der Philo-Verlag in den Stand gesetzt wird, seine Schriften in Massenauflagen zu verbreiten. J. W. Wolf, דיוקים על התורה, Uebersetzung und Bemerkuagen zum Pentateuch, Köln 6685, Verlag des Vereins f. d. jüd. Interessen des Rheinlandes. 4 Hefte (370 .(וירא ,לך לך ,נח ,בראשית S. »Einen Versuch, die Hirsch’schen Gedanken za popularisieren sowie eine populäre zur יראת führende Pent&teucherklärung zu beginnen80 ,״ charakterisierte der verewigte Rektor des Rabbiner-Seminars, Prof. Dr. Hoff-

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